Bimbach 2009 (Rhön-Rundfahrt)

SNV30215…es gibt sie noch: die perfekten Ereignisse! Retro: Ich verabredete vor kurzer Zeit, mehr oder minder unverbindlich, mit Jörg mal nach Bimbach fahren zu wollen, um dort die Rhön-Rundfahrt zu absolvieren (meine letzte aktive Teilnahme war 2004). Jenes Ereignis gibt es da schon seit fast 30 Jahren und die Bimbacher haben sich mit ihrer Veranstaltung in die Trainingsbücher vieler Radsportfans geschrieben. Warum? Darauf gibt es nur eine klare Antwort: in Bimbach stimmt alles! Perfekte Organisation vor perfekter Kullisse! Also fahren wir am Freitag den 30.Mai nach Büroschluß über die A38/A9/A4 in Richtung Süden, verlassen die A4 in Eisenach-Ost und schlagen nach einer welligen Fahrt über die B84 durch Westthüringen und die vordere (Ost)-Rhön nach 297km in Bimbach auf. Der hessische „Siedlunsfleck“ empfängt uns im warmen Frühsommerabendlicht. Der Weg zum „Wildcamping“ auf dem frisch gemähten Hügel nahe des Start- und Zielbogens ist nicht zu verfehlen. Kurzum, dort wird das Lager aufgeschlagen. Ein abendlicher Spaziergang durch Bimbach führt natürlich in den Gasthof. Am Hahn: „Urahn“(ein dunkles Rhön-Bier).Wir sind nach zwei halben Litern fröhlicher Dinge und gegessen hatten wir glaub´ich auch etwas. Fröhlichkeit weckt den Geist und auch die Sinne für´s Wesentliche: der BSG-Vorsitzende hat zwar ein komplettes Schlafzimmer auf Rädern an den Ort des Geschehens gefahren, aber nicht den dazugehörigen Schlafsack. Der war in Leipzig geblieben. Da war guter Rat teuer, denn im CADDY-Hotel wird es bei geschätzten 5 Grad Nachttemperaturen doch frisch…Also brechen wir auf und suchen in der Nähe des Campings nach einer Lösung. Im Vereinsheim vom Schützenverein Bimbach, direkt am Start und Ziel, brennt noch Licht…dort sitzen sie, die Schützenvereinsmitglieder in geselliger Runde. Die unsererseits eilig eingeleitete Fahndung nach einer „Rettungsdecke“ wird erfolgreich abgeschlossen: Frau Schreiner eilt nach Hause und holt einen Schlafsack, der leihweise zur Verfügung gestellt wird. Was für ein Segen…Die Nacht unter sternklarem Himmelist in „trockenen Tüchern!“. Aufstehen gegen 7.30 Uhr. Rundherum wuselt es. Die ersten Rhön-Rundfahrer rollen bereits um 7.15 Uhr  im vollen Ornat in Richtung Startbogen.Die Blogsport-Crew sucht zunächst das Festzelt auf, um dort klassisch zu frühstücken. Kaffee, Erdbeertorte, Käsebrötchen, etc. sind laut Ausschreibung seit 7.00 Uhr verfügbar und in den Strahlen der Morgensonne wird die Grundlage für eine wahrscheinlich strapaziöse Ausfahrt geschaffen. Wenig später, die Startnummern sind an die Trikots genestelt, geht es gegen 8.45 Uhr los. Erst mal entspannt in Richtung Margretenhaun (KP1) Leicht welliges Terrain bis dort hin. „Rhön-Sprudel“ als Hauptsponsor der Rundfahrt, bietet (an allen KP´s) das volle Rhönsprudelprogramm…danach wird es nicht nur noch welliger, sondern auch rampig und schließlich bergig155KM…Die erste Rampe hinter Dörmbach hinauf nach Steens fordert schon mal ein paar Körner. Später geht es richtig rein in die Rhön und die Auffahrt zum Hochmoor über die Lange Rhön gestaltet sich zu einem einstündigen Klettern 🙂 Dort oben in 835 m Höhe wird es, trotz Sonne, ziemlich ungemütlich. Ein kalter Ostwind pfeift. Abfahrt vom Hochmoor hinunter nach Fladungen, der nördlichsten Stadt in Bayern. Unten in Fladungen (unsere Lenkerzwiebeln zeigten immer mal 70+ km/h) am Kontrollpunkt eine warme Brühe. Was für ein Segen!! Weiter ritzelt es in Richtung Wasserkuppe, die über Bischofsheim und den Schwedenwall angefahren wird. Der Parkplatz am Schwedenwall heißt zu Recht Himmeldung! Von ganz oben geht es nun über sehr schöne  Abfahrten wieder hinunter über Poppenhausen und Eichenzell in Richtung Fulda. Nach exakt 151km und 2230 Hm sind wir wieder in Bimbach…Eine warme Dusche im Vereinsheim am Sportplatz, eine Bratwurst, ein Weizen, eine Urkunde und das Gefühl alles richtig gemacht zu haben, lassen den Samstag ausklingen…Gegen 18.00 Uhr ist alles verpackt und wir starten wieder gen Leipzig, wo wir gegen 23.00 Uhr wieder anlanden…Hier gibt es einen ausführlichen BILDBERICHT 🙂 Und das schreibt die Fuldaer Zeitung. Jörg, als Blogsportdichter, hat das Ereignis auch lyrisch besungen:

RTF Bimbach in der hessischen Rhön
heißt Radfahren im einstigen Todesstreifen.
Bei sonnigem Wetter mit leichtem Fön
und zweitausend Startern mit schmalen Reifen.

Der Tiefländer indes, aus der Leipziger Bucht,
stets gut trainiert auf flachen Strecken,
den treffen die Berge hier mit voller Wucht
schmerzlich muss er seine Bergschwäche entdecken.

So geschehen den Blogsportradlern,
die unter Schmerzen dem Berge trotzten.
Geschwollen am Kopfe sämtliche Adern
hier ungeniert auf den Asphalt rotzten.

Hormongeschwängert und übersäuert,
Schmerzen in Beinen und Lungen
sind wir zu zweit durchs Ziel gesteuert
Die Hohe Rhön, sie ist doch bezwungen.

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