Ein Supporter packt aus…

Pfingstsonntag 4.30 Uhr klingelt der Wecker (und wird zwei mal weggedrückt…) 5.00 Uhr wird dann doch eilig aufgestanden. Schnelle Dusche, vorher die Pavoni betanken und ein Stück Baguette in den Grill werfen. Schnell was runterwürgen, um diese Zeit eigentlich eine Tortour. Wie mag es denen gehen, die heute noch ein Rennen bestreiten müssen? Pünktlich 6.00 Uhr klingelt es ganz zaghaft…Ralf (Izoard) ist mit dem Wagen vorgefahren. Wir packen noch schnell meine Rapsschmette in den geräumigen Kombi und düsen nach Zwenkau. Bei „Lila Logistik“ herrscht Backstage schon regelrechter Hochbetrieb. Ein etwas nervöser, aber trotzdem noch  gut gelaunter Renndirektor, ohne Allüren,  begrüßt uns. Wir fassen die Helfer-Orga-Bändchen nebst Trillerpfeife ab und begeben uns direkt in den Start-Ziel-Bereich, begrüßen einige stadtbekannte Radsportprotagonisten und einen Teil der Mädels und Jungen, die 7.30 Uhr im 30-er Rennen an den Start gehen. Gert nennt es, ob der frühen Stunde, das „Nachtrennen“. Mit Ihm geht auch Schnittchen in ihr erstes richtiges Radrennen! Eine knappe Stunde später ist die 30-er Meute durch und der Sieger stürzt sich mit einem fulminanten Zielsprint und einem galligen Schrei über den Strich. Schnittchen fährt bei ihrer „Rennjungfernfahrt“ gleich aufs Treppchen, belegt Rang zwei bei den Damen – ist aber leider zur Siegerehrung nicht anwesend-Schade! Gert (Uhle) berichtet später, dass er mit Lydia (Seniorenmeisterin!) eine Kaffeefahrt hingelegt hätte und Erich Stammer (Seniorenweltmeister aus besseren Tagen) trullert ebenfalls wohlgelaunt über die Ziellinie. Im Anschluss beginnt für Ralf und mich der eigentliche Job. Im Aufstellungsbereich für die 140-er Runde geht es darum die Heißsporne der Jedermannszene  in die, anmeldungsgemäss, entsprechenden Startboxen zu platzieren. Was größtenteils gelingt 😉 auch wenn manchmal diskutiert werden muss! Es  sind vereinzelt  Dressurakte, ähnlich denen in der Raubtierschau eines Wanderzirkus… Pünktlich zur Startzeit werden die Startgitter weggerissen und ab geht die Post…Gleiches wiederholt sich  10 Minuten nach Start des Profirennens für das noch größerer Starterfeld der 80-er „Hobbyantilopen“, die allerdings auf  mich etwas entspannter wirkten…Damit war eigentlich für meinen Teil der Supportereinsatz Geschichte.  Ralf hatte später noch einen Chaperon-Einsatz beim Profirennen und berichtete eben (22.30 Uhr) per Phone über eine reglementgerechte, routinierte Massnahme diesbezüglich. Zwischen dem 140-er Einsatz und der dann schon routinierter gelungenen 80-er Schicht war Zeit sich mal ein wenig im Start- Zielbereich umzusehen und das Eine oder Andere Gesicht aus vergangenen Tagen und aktuellen Radsportkreisen zu begrüßen und ein Schwätzchen zu halten. Aber ausgerechnet eine der schönsten anwesenden Damen konnte mein Kleinhirn nicht recht zuordnen und so war es mir peinlicherweise vergönnt, ein freundliches Zunicken ebenderselben nicht in den wirklichen Kontext des erweiterten Freundeskreises einzuordnen. Erst ein pädagogisch wertvoller Hinweis von Kuni (per Handy) machte mich auf diesen Fauxpas aufmerksam. Ein Sorry geht an Mademoiselle  Poitschke 😉 Die Sinne so geschärft, begrüßte ich dann, neben Erich Stammer, „Gonsche“, „Ella“, Andreas Petermann, Jens Lehmann, Steffen Kunath und Uta,  die „Rosi“ und und und …eben alle, die auf dem Radsportparkett, aktiv oder am Rand, schon mal eine Sohle hingelegt haben. Nicht zu vergessen die aktuellen Mitstreiter der Blogsportgruppe, allen voran den Rekonvaleszenten „Wolle“ (schon wieder von einem Bus gestreift und vom Rad geholt…) den Sportfotografen Jörg (bin auf  die Bilder gespannt…) und die ungezählten NSC-Aktiven aus dem BSG /RRL/HALLZIGER/ACL-Lager, denen meine  Hochachtung für alle geleisteten Anstrengungen gilt.  Der Renntag war dann für mich als Zaungast gegen 14.00 Uhr vorbei und ich sattelte die „Rapsschmette“, um via Großdeuben-Pleißeradweg, pünktlich zum familiären Kaffeeplausch im Grünen hinterm  Haus zu erscheinen. „Sport im Osten“ machte es dann möglich in entspannter Grundhaltung, auf dem Sofa, die Berichterstattung über das einzig verbliebene ostdeutsche Radsportevent der gehobenen Kategorie zu retrospektieren. Besonders imposant waren in dieser Berichterstattung die Passagen aus der „Wochenschau“ von 1958, als sich die Matadoren auf  Stahlrahmen und gesichert mit Flügelmuttern durch die verdreckte Leipziger Tieflandsbucht wühlten. Weder Schwefelschwaden, noch glibbrige Braunkohlenseife unter den Pneus hinderte sie daran, auf teils grottigem Pflasterparcours, vorbei an applaudierenden Bergleuten und begeisterten Schulklassen ihr Letztes  zu geben.  Schade, dass „Ratte“ nach dem Erfolg 2008 nicht noch mal nachlegen konnte. Aber die Milchmänner waren eben einen Radlängentick schneller. Vielen Dank an ALLE, die dieses Rennen wiederbelebt haben und weiter am Leben halten wollen. Ein paar Schnappschüsse aus der heutigen „Randsicht“ halte ich hier bereit: klick

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10 Antworten zu Ein Supporter packt aus…

  1. ritzelconnection schreibt:

    Es ist und bleibt unverzeihlich…meine Sinne sind geschärft, falls es erneut zu einem unverhofften Aufeinandertreffen kommen sollte 🙂

    LG Gerald

  2. Mademoiselle Poitschke schreibt:

    Ok, Gerald, ich verzeihe den Fauxpas! Aber ein bisschen mehr Aufmerksamkeit wäre schon schön gewesen. Habe ich mich doch von Gera-Hermsdorf auf meinem neuen Radl nach Zwenkau gequält. Viele Grüße von Amt zu Amt! Karen

  3. Andre79le schreibt:

    Danke dir für die Glückwünsche

  4. Kuno schreibt:

    Hallo Gerald,
    ein Spitzenbericht und so schnell, da kann sich ja mancher Sportsender ein Beispiel nehmen. Habe mir erlaubt den Link von deinem Bericht in die „Weltstadt – Schneeberg“ weiter zu leiten.

    Es grüßen dich und deine Familie, Ute und Steffen.

  5. ronald schreibt:

    klasse geschrieben,eins setzen,grins! es war mein erstes rennen und dann auch gleich die 140.ich war mit 4h32 min aber recht zufrieden.bis bald ron

  6. Andre79le schreibt:

    Sehr schöner Bericht!

  7. kantenwind schreibt:

    Hallo Gerald, Respekt! Deine Kommentare und Bilder: einfach genial. Und noch besser ist, dass Du ja auch im gehobenen Alter noch ordentlich Gas geben kannst…Ich fühl mich an Deinem Hinterrad jedenfalls ganz wohl 😉

  8. ralf spa schreibt:

    eindrucksvolle worte und bilder. um einiges besser als die mdr-berichterstattung (den vorbericht habe ich leider verpasst): jaja golzern ist ein hügel…aber dass die im profirennen etwa doppelt so schnell waren, wie ich gestern auf der bsg-runde gibt mir echt zu denken

    grüße

    ralf

  9. ritzelconnection schreibt:

    …da werde ich wohl auch wieder mitrollen und wir können uns gemeinsam im grünen Block 😉 einreihen…LG zurück von Ritzel

  10. Wiesel schreibt:

    Sehr schöner Bericht…
    Gern hätte ich mich von Dir in Startblock B einreihen lassen!
    Vielleicht nächstes Jahr!
    VG

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