reformationsgiro 2010: der report!

Traditionell versammelte sich die  Rennradszene, mit einer Bonus-Stunde Augenkosmetik, ausgeschlafen am Start. Nicht nur Leipziger, auch Zugereiste aus den Tälern und Auen der Leipziger Tieflandsbucht und dem Elbtal (!), füllten an diesem zunächst grauen Novembermorgen die Startliste des diesjährigen Reformationsgiro. Der Berichterstatter hatte sich leicht verspätet und konnte dem offiziellen Start leider nicht beiwohnen. Wie gern hätte ich das hundertfache Pedalklicken vernommen, dass wie der kurze, trockene Feuerstoß einer Kalaschnikow durch das morgengraue Gewerbegebiet hallt… Aber das Peloton duldete keine verschlafenen Starter und nahm pünktlich 09:05 Fahrt auf. Im achtzig Kilometer entfernten Landgasthof Fremdiswalde checkte der „Jenser“ (Jens Scheibe) noch einmal die Nudelvorräte und stellte Pils und Weizen kalt. Als der Berichterstatter nach einer grenzwertigen Aufholjagd das Peloton zum ersten mal ins Visier bekam, schlängelte es sich wie ein Lindwurm durch die Felder der Völkerschlacht und nach einer energisch gerittenen Attacke war der Anschluss erst kurz hinter Liebertwolkwitz wieder hergestellt. Ein buntes, sportlich gut aufgestelltes Feld, pedalierte fröhlich schnatternd und durchaus flott in Richtung Wurzen. Als wir die Ringelnatz-Stadt, inclusive einer kleinen Umleitung hinter uns ließen, und bereits durch die Hohburger Schweiz ritzelten, klebte meine Zunge trocken am Gaumen und eben dieser Ringelnatz fiel mir wieder ein, mit dem genialen Spruch: „…die besten Vergrößerungsgläser für die Freuden der Welt sind die, aus denen man trinkt“  – doch vom Landgasthof  Fremdiswalde trennten uns noch knapp 50 Kilometer…Inzwischen hatte die herbstliche Sonne das Energiesparprogramm aufgegeben und ließ die Speichen blitzen. So was wie spätsaisonaler Übermut kam auf und die leichten Wellen der Dahlener Heide ließen die Körner durch die Oberschenkelsanduhr laufen als hätte jemand, sprichwörtlich, „am Rad gedreht“…Kurz hinter Dahlen gingen zwei Fichkona-Finisher in Führung und gaben diese Position dann, via Wermsdorf und der sich anschließenden Poststraßen-Passage, nicht mehr auf. Der Berichterstatter absolvierte weitere „Intervalle“, um die Situation einigermaßen realistisch einzufangen und sprang zwischen dem Tête de la course und dem Grupetto hin und her. Ein Échappée sollte aber dann doch keinem Pedaleur gelingen und schließlich rollte das Peloton geschlossen durch die obstbaumgesäumte schmale Landstraße auf den gepflasterten Fremdiswalder Gasthof. Ex-Renner Jens Scheibe freute sich offensichtlich über die „unterzuckerten“ Damen und Herren. Das eine oder auch andere Getränk ging über den Tresen und Frau Scheibe hatte am Nudeltopf alle Kellen voll zu tun. Beim „Krostitzer“ dachte ich so: schön, dass ein „Ehemaliger“ sich in dieser bodenständigen Art noch einen Draht zur Radsportszene erhalten hat. Mit dem Versuch eines finalen Gruppenfotos wurde der Zwischenaufenthalt abgeschlossen und im inzwischen gleißenden Sonnenschein die  gastliche Stätte verlassen. Herzlichen Dank an Jens Scheibe!! Über die seichten Hügel hinter Hermannsglück (eine meiner Lieblings-Passagen!), die Muldenquerung kurz vor Trebsen und den  ruppigen Asphalt in Seelingstädt, schlängelten sich das bunte Feld durch Beiersdorf via Klinga und Naunhof  an die Leipziger Stadtgrenze. Dort splittete sich das Peloton erwartungsgemäß in die siedlungsbedingt abbiegenden Gruppen. Ein kleinerer Teil fand sich dennoch am Startpunkt wieder und plünderte im Backstage-Bereich des „Grupetto“ den Rest der„Long-Harry-Reformationsbrötchen-Spende“ (special Thanks!!!)  Final: Großer Dank an Ralf Kügler, das Grupetto-Team, noch mal an Jens Scheibe und das  sportliche Fahrerfeld.

Gruß+Kette rechts bis zur „Letzten Einhundert„ am 19. Dezember 2010!
Last but not least noch ein paar verwackelte Bilder :-):

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11 Antworten zu reformationsgiro 2010: der report!

  1. Schnitte schreibt:

    na dann möchte ich auch mal mein Kommentar zum Besten geben 😉
    wie immer ein schöner und zutreffender Bericht. Schönes Filmchen. Hoffe auf ein baldiges erneutes Zusammentreffen.

    Schnittchen

  2. Jörke schreibt:

    Ales okai vielen Dank
    Manfred

  3. Jörke schreibt:

    Vielen dank alles okai,
    Manfred

  4. ritzelconnection schreibt:

    …jetzt fehlt noch ein Kommentar von „Schnittchen“…dann hätten sich alle Radfahr-Ladys gemeldet…:-)
    Freue mich schon auf die nächsten Ausfahrten!

  5. Uli schreibt:

    Ich bin begeistert, Dank an alle organisierenden und fahrende Radprofis, es hat mir mit euch viel Spaß gemacht – Klasse Remember-Video – die 3. Frau im Bunde – der Neuling Uli

  6. Kerstin schreibt:

    Tolle Veranstaltung, geniale Berichterstattung, schöne Bilder.
    GROßES Lob, Weiter so und mehr, mehr, mehr……

  7. Andre schreibt:

    Wie immer ein Klasse Clip. Wirklich hervorragend, genauso wie der Report!

    Kompliment

  8. Jörg schreibt:

    „…die besten Vergrößerungsgläser für die Freuden der Welt sind die, aus denen man trinkt“

    Ein wahrhaft großer Spruch. Genau diese Vergrößerungsgläser waren die Ursache für meine Abwesenheit…

  9. stahlwade schreibt:

    ich will auch mal dabei sein :-)))

  10. ron schreibt:

    Mehr,mehr!! :):)

  11. sven schreibt:

    wie immer schöner Film, der das „Großereignis“ angemessen rüberbringt.

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