SPREEWALDMARATHON 2011 von Gabi Dill

Vorbereitung: Freitag,15. April.  Wie mit dem Kommunikationsdirektor der Blogsportgruppe , Sportfreund Ritzel, verabredet, treffe ich mich am Vorabend des großen Gurken-Giro mit dem halbwegs gesund gebliebenen Restkader der BSG im Lokal am Rathaustor bei Schnitzel, Spargel und hopfigen Getränken. Die Mannschaft sieht zuversichtlich aus und berichtet über eine zügige motorisierte Anfahrt in meine schöne Heimatstadt Lübben. Am Stammtisch lerne ich endlich auch Dr. Wolle, den Mannschaftsarzt und den Physiotherapeuten Ron Ronsen kennen, der meinem heimlichen (und einzigen) Radsportidol Lance ähnlich sieht. Vielleicht ist er es auch, oder möchte es zumindest sein. Draufgängerisch wirkt seine Art und verglichen mit den Rennvorbereitungen der anderen Sportler ist seine Getränkeauswahl an diesem Abend besonnen und wenig leichtsinnig. Nur stilles Wasser füllt sein Glas, während die reiferen Sportkameraden, selbstbestimmt, nach Weizen und unserem berühmten Spreewaldbitter rufen. Es wird viel gelacht und auch nachdenklich darüber berichtet, wie sich der Kader für das große Rennen innerhalb weniger Tage um zwei hoffnungsvolle Fahrer dezimierte, die bei den Vorausscheidungen im rauhen Belgien unverschuldet, durch undisziplinierte Zuschauer und vergiftete Zwischenmahlzeiten, um einen Start beim Gurken-Giro gebracht wurden. Aber die restliche Truppe machte auf mich einen verschworenen Eindruck und hatte sich offenbar vorgenommen, die geschwundene Mannschaftsstärke durch doppelten Einsatz und aggressive Fahrweise vergessen zu machen. Der Abend schreitet voran und der Hinweis auf ein zeitiges Erwachen am nächsten Morgen lässt mich mein kleines Notizbuch gegen 22.00 Uhr schließen. Wir verabreden uns kurz vor dem Start noch auf ein kurzes Statement.

Samstag, 16. April, 7.45 Uhr. Es ist frisch an der Spree und ich muss nicht lange auf meine Interviewpartner warten. Über der Startwiese auf der Schloßinsel hängt eine undefinierbare Duftwolke. An der Seite von Dr. Beyer rollt der Routinier Marko W. an den Start und erklärt mir knapp, dass es sich um ein spezielles         „Startoil“  handelt, dass, wie ich dann mit Staunen erfahre, aus der ethanolischen Gärung von Altbeständen des VEB Obst Gemüse Speisekartoffeln unter Beigabe von Schlangengift zu Öl und Salbe verarbeitet, und dann auf möglichst unbehaarten Radlerbeinen, aufgetragen wird. Aha! Mein Vorabend-Idol Lance, alias Ron Ronsen, schien mir der motivierteste der BSG-Renner zu sein und berichtete von einem intensiven Frühstück im Fahrerlager, mit Nußcreme, Marmelade, italienischer Salami, Bohnenkaffee und Früchtecocktails. Ich wollte ihn noch fragen, welche Chancen er sich in dem 360 Mann und Frau  starken Fahrerfeld ausrechnet, doch da war er schon am Hinterrad der ersten Reihe auf dem Parcours und fegte mit erstaunlicher Geschwindigkeit, noch im neutralisierten Bereich, davon. Tschüss! Auch die Anderen standen nun nicht mehr für ein kleines Statement zur Verfügung und drängten mit einer dicken, bunten Wurst aus Trikots und Plastikmützen über die Holzbrücke der Schloßinsel hinaus auf den Asphalt des Gurken-Giro’s. Gut, dass wir uns schon am Vorabend zu einem Abschluss-Interview im Ziel verabredet hatten!

Samstag, 16. April, 16.00Uhr, Zielbereich. Während ich auf meine Interviewpartner warte, entdecke ich Routinier Marko W. und Ron Ronsen bereits in „Zivil“ und entspannter Grundhaltung im sonnigen Zielgarten und erfahre, dass sich unterwegs Tragödien abgespielt haben. Marko W. hat die Hatz als Trainingseinheit genommen und ist nach 180km halbwegs erholt auf die Zielgerade eingebogen. Ron Ronsen, war bis Kilometer 67 an seiner Seite, konnte dann  aber einem vor ihm ausgeführten, unüberlegten,  Führungswechsel nicht mehr ausweichen und brach sich bei Tempo 40 das Schlüsselbein…Ralf-Dieter K., passionierter Rettungssanitäter und Mitglied der BSG, musste mehrfach Erste Hilfe leisten  und brach den Marathon nach 120km ab. Von ihm fehlte bis zum Redaktionsschluss jede Spur. Der noch auf der großen Schleife verbliebene Restkader: Sebastian F., Jörg P., Dr. Beyer und Herr Ritzel schienen noch unterwegs. Unter dem Zielband staute es sich langsam und immer mehr Finalisten nahmen aus den Händen zarter Gurkenmädels ihre  Siegestrophäe in Empfang: unsere genormte Spreewaldgurke in Gusseisen und teilvergoldet! Endlich kamen sie dann auch: sonnenverbrannt, verschwitzt und zufrieden winkten sie mir kurz zu und suchten zunächst einen Ausschank, um die abgelaufenen 211 bis 220km (je nach Länger der Verfahrung…) mit einem frischen Pils zu bekrönen. Dr. Beyer wischte sich den Schaum vom Mund und berichtete von einer gnadenlosen Jagd durch die brandenburgischen Gehölzflächen. Jörg P. ergänzte, dass die perfekte Gruppendynamik, entfacht durch das Team vom „Vodafone-Shop-Lübben“ zu einer Reisedurchschnittsgeschwindigkeit von 32,5 km/h beigetragen hat und zollte diesen Heroen seinen Respekt! Meine Frage nach dem Gesamteindruck wurde unisono beantwortet: Überragende Organisation, ausgefeilter Kurs, ausgesprochen bemerkenswerte Buffets. Mit diesem finalen Statement begaben sich die Herren Blogsportler dann zur Siegerehrung. Auf Wiedersehen zum Gurken-Giro 2012!  (Wegen Überlastung der ORWO-Color-Labors, wird ein ausführlicher Bildbericht erst in den nächsten Tagen erwartet)

...nach 211km v. lks. Wolle, Rotorello,Ritzel, Kranzabzieher, Ron Ronsen

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16 Antworten zu SPREEWALDMARATHON 2011 von Gabi Dill

  1. ron schreibt:

    hi sylvia ! ja ich bin der:-) wie geht es dir ? ist alles soweit gut ? meine eMail: ronaldwehner@googlemail.com

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