Solo nach Freyburg

Solo nach Freyburg a.d. Unstrut from Gerald Biehl on Vimeo.

Eine Ausfahrt ins Anhaltinische…

..als ich ins benachbarte Anhalt radelte und dabei die Region Freyburg im Visier hatte, kam ich an Weisenfels nicht vorbei. Partiell sanierte Häuser in der Altstadt,  das hoch droben thronende Schloss einerseits und das ganze Elend einer entindustrialisierten Infrastruktur andererseits, waren auffällig. Zwischen Alkoholmissbrauch und Fettleibigkeit passte nur noch ein schmales Blatt Papier. Und von diesen Papieren hatte das örtliche Arbeitsamt offensichtlich reichlich ausgegeben. Als auf meiner Zunge in der Mittagshitze des Weisenfelser Marktes ein  Radler verdampfte und ich den Sinnspruch des Bratwurstbraters: „Ob Aufschwung oder Krise, die besten gibt’s bei Menne Giesel“ gerade als trotzige Verzweiflung deuten wollte, kotzte mir ein angehender Jung-Spriti beinahe auf die Radschuhe…Ich suchte mein Heil in der Flucht querte eiligst die Saale um dann über Markwerben, Uichteritz und Pödelistden mit freiem Blick auf’s Saaletal, hinunter nach Freyburg zu segeln (11Kilometer – Abfahrt!!) Dort angekommen, versöhnten mich die Weinberge, die Natursteinhäuschen und die zahlreichen Wirtschaften am Straßenrand, wieder mit dem Anhaltinischen. Gleich in der ersten Schänke am Wegesrand entdeckte ich zwei Pedaleure aus Schkeuditz, leerte mein erstes Weizen und begab mich etwas später auf den Freyburger Markt ins Café Merle, durch sein erstklassiges Gebäck- und Kuchenangebot weit über die Grenzen der Weinregion hinaus bekannt. Während meine Seele baumelte und ich mit Bohnenkaffee und vorzüglicher Erdbeertorte meine Speicher auffüllte, hier und da noch ein Foto schoß, bemerkte ich nicht, dass von Südwest eine dunkle Gewitterfront aufzog. Da kam leichte Panik auf und ich beschloß die kürzeste und windtechnisch ökonomischste Heimfahrtvariante. Leider blieb da erneut nur die Flucht nach Weisenfels, diesmal über die B 176! Kurz vor Burgwerben traf mich das erste Gewitter volle Lotte. Noch bevor ich eine schützende Brücke entdeckte war ich bereits naß bis auf die Haut. Während dieses kurzen Aufenthaltes unter der B 92 googelte ich kurz die weitere Wettersituation und die Prophezeiungen des Regenradars. Da kamen schöne Meldungen über das Handydisplay! Es half nichts, irgendwie musste ich hier durch. Das zweite Gewitter erwischte mich dann kurz vor Rippach in Höhe Poserna. Die Erdbeertorte war verbrannt, meine Klammotten klamm und die einzige Gastwirtschaft war der „Weiße Schwan“ in Rippach. Leider lag der Freisitz voll im Schatten und eine dringend notwendige Aufhopfung, vielleicht auch die Vernichtung einer Bockwurst wollte ich nicht mit einer Erkältung bekrönen. Endlich nach Starsiedel kam die Sonne wieder raus und vorbei am blühenden Mohn peilte ich „Die Ratte“ in Hartmannsdorf an…Ein schöner Biergarten, netter Tischdienst und mit zwei Weizen ein gutes Ende!

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Eine Antwort zu Solo nach Freyburg

  1. Stahlwade schreibt:

    Was für ein Soloritt! Grüße aus Lille – nur einen Steinwurf entfernt von Roubaix…

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