vorab Feldtest im Porphyrmassiv…

Very british würde ich sagen, dass mein Gipfelsturm ins Porphyrmassiv „completely exhausted“, mit zwei Boxenstopps und absolvierten 116 Kilometern ein glückliches, endorphingeschwängertes, Ende fand. Aufgrund der nordwestlichen Windgeschwindigkeiten traf mich die Absagen meiner Spielkameraden zwar hart – denn ich musste so die zweite Halbzeit ohne ein rettendes Hinterrad gewissenhaft planen – doch letztlich hatte ich mir die Eroberung des Rochlitzer nun mal vorgenommen und da beißt die Maus keinen Faden ab! Immerhin saß Maik an der „Connserve“ und hat mich noch bis Oelzschau begleitet. Über die „wissenschaftliche Auswertung“ der Porphyrschleife will ich mich hier nicht auslassen – das ist ja alles in der BLACK BOX abgelegt. Da ich lonesome unterwegs war, fiel die ursprüngliche Variante über Wechselburg und Fischheim aus. Schliesslich musste ich Körner sparen, um „Einbrüchen“ auf dem Nachhauseweg vorzubeugen. Also ließ ich mich, vom Nordwestwind trefflich unterstützt, direkt über Oelzschau, Stockheim, Flößberg nach Geithain und über die „Kuppe“ bis an den Bergfuß schieben. Die entspannte einfache Auffahrt von der B7 her, noch immer windgestützt, machte keine Probleme (da hat sich wohl das eine oder andere winterliche Krafttraining in der Seniorenmuckibude gelohnt 😉 ) Kurz bevor es noch den kleinen Stich zum Türmerhaus hoch geht ist Einhalt geboten – schließlich verdient der Panoramablick über das südwestliche Sachsen jede Aufmerksamkeit.

Dann, oben angekommen, servierte das Bedienungspersonal das übliche Gedeck. Während ich entspannt genieße und die ganze Wucht des Porphyrs mit dem Türmerhaus auf mich wirken lasse, richtet sich mein Blick sorgenvoll gen Himmel und ich beginne die Heimfahrt zu planen. Um dem böigen Nordwestwind angemessen zu begegnen, baue ich mir eine Strecke zusammen, die über Narsdorf in Richtung Koren-Sahlis führt.
Meine Hoffnung: in den kleinen Tälern und Waldstücken Deckung finden – unabhängig von den kalkulierten Auf- und Abstiegen. Ich finde auch ein schmales, unsaniertes Asphaltband und komme in „Klein-Belgien“ an 🙂 Ossa, Syhra und später, Roda rechts liegen lassend, taucht Koren-Sahlis auf. Und pünktlich zur Einfahrt in die Streitwald-Passage fängt’s dann auch an zu schiffen… Ich hatte damit gerechnet. Allerdings war der Adrenalinspiegel schon so weit gestiegen, dass mir die Brühe nichts mehr ausmachte. Als der anfängliche Sprühregen ab Greifenhain in einen ordentlichen Landregen übergeht und sich die Nässe gefährlich der nackten Haut an Füßen und Händen nähert, schalte ich in den Blöd-Modus. Der Blöd-Modus negiert jegliche Außeneinwirkung und fixiert, von Adrenalinausschüttungen und Endorphinproduktionen befeuert, nur noch sogenannte Idealzustände: ein Wannenbad, einen dampfenden Kaffee, eine entspannte Zigarette…egal, wie weit diese Zustände noch entfernt sind. Als mir aber in Güldengossa die Hände in den triefnassen Handschuhen schon abgestorben waren und ich meine Füße nicht mehr spürte leuchtete da ein Wirtshausschild „Zur Sehnsucht“. kurze Rückkopplung zwischen Blöd-Modus und Sehnsuchtsverlangen lies mich mit klammen Fingern in die Bremsen greifen.Vor dem Tresen bildete sich eine kleine Pfütze, als ich nach einem Bier und einem Kettenöl verlangte. Der Herr hat’s gegeben, ich hab’s genommen. Ohne diese milde Gabe hätte ich den Lenker nicht mehr halten können auch wenn der heimatliche Wigwam greifbar nahe lag und dann auch mit festem Griff erreicht wurde. Ja und was bleibt (siehe oben) Ich kann mich „completely exhausted“ auf das Vorglühen zum Feldtest freuen (Ronde van Grimma am 24. März) und auf den Feldtest selbst am 25. März im Scheibenholz. Let’s go derby 😉

Nachschlag: irgendwann ist das auch mal dran 😉

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3 Antworten zu vorab Feldtest im Porphyrmassiv…

  1. ritzelconnection schreibt:

    …trefflich gedichtet Jörg. Was wird uns da noch erwarten, wenn erst Sonne den Parcours bescheint und die erste Rast unter blühenden Obstgehölzen stattfindet… 😉

  2. Jörg schreibt:

    Des Lenzes Kuss lässt auf sich warten,
    kein Winter mehr, auch Frühling nicht.
    Noch braun und grau sind Feld und Garten,
    spärlich milchig dämmt das Licht.

    Wohlig der Stube Wärmegrad,
    angenehm der sich’re Ort.
    Noch scheut der Mensch das Rad,
    auch Müh und Qual beim Sport.

    Nur, was ist dort am Horizont?
    Im Nebeldunst ein dünner Streifen?
    Was wabert durch die Wasserfront?
    Sind es wirklich schmale Reifen?

    Ja, wirklich, jetzt kommt es näher.
    und, wusch, schon ist es vorbei –
    der Ritzel war’s – ein wahrer Steher,
    sein Fahrstil, der war einwandfrei.

    Hinauf, hinauf zu Rochlitz’s Turm!
    das kleine Blatt schon eingekettet,
    was kümmert Wind und Regensturm,
    wohl dem, der nicht auf Wetter wettet.

  3. ritzelconnection schreibt:

    Jo, die „Ronde van Grimma“ ist gesetzt. Zum Feldtest werde ich wohl auch eher Zaungast mit der Kamera oder eben Supporter sein. Ken Bloomer wird sicher einen sehr technischen Kurs abstecken… 😉

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