Opti (mismus)…

Vorweg:  Seit Jahren war davon die Rede, dass auf unserem Feriengrundstück noch ein OPTI rumliegt – und seit Jahren geht die Fama, dass der Tag X kommt und der OPTI zu Wasser gelassen wird (deswegen mein zunächst skeptischer Blick…). Doch am 10. August war es dann so weit! Aber: Was ist ein OPTI ?: Die einhand gesegelte Jolle wurde 1947 von dem amerikanischen Konstrukteur Clark Mills entworfen. Der Name kommt vom Optimist-Club. Der dänische Architekt Axel Damsgaard Damgard standardisierte sie und versah sie mit dem heute üblichen Rigg. Als einfaches Knickspant-Boot besitzt ein Optimist einen Rumpf aus Sperrholz oder glasfaserverstärktem Kunststoff mit Mittelschwert, am unabgespannten Mast als einziges Segel ein sogenanntes Sprietsegel, das mit einer Spiere vom Mast abgespreizt wird. Es gehört damit zum Typus der Katboote. Der Rumpf des Optimist hat die Form eines Prahms und trägt ein umlaufendes Dollbord. Er wurde ursprünglich aus fünf Sperrholzbrettern hergestellt. Clark Mills entwickelte diese Form auf der Suche nach dem größtmöglichen Rumpf, der sich aus zwei Standard-Sperrholzbrettern der Größe 4×8 Fuß herstellen ließ[2]. Unmittelbar vor einem Schott, das den Rumpf in zwei etwa gleich große Hälften unterteilt, liegt der Schwertkasten für ein Steck-Schwert. Genau dahinter ist auf der Mittellinie des Rumpfbodens ein Ratschblock für die Schot angeschlagen. Eine Ducht am Bug stützt den Mast, der durch ein Loch in ihrer Mitte auf die Mastspur verläuft. An der Mastspur ist meist auch die Fangleine angeschlagen. Seitliche Auftriebskörper in der vorderen Rumpfhälfte und am Heck verleihen auch dem gekenterten Rumpf noch Auftrieb. Ausreitgurte auf dem Boden und ein Ausleger an der Pinne gestatten dem Bootsführer, die Trimmung durch Ausreiten zu optimieren. Heute werden die meisten Optimisten aus GfK hergestellt, doch hölzerne Boote sind nach wie vor erhältlich. Manche preisgünstigen Club-Boote werden aus thermoplastischem Kunststoff hergestellt, eignen sich aber nicht gut für Regatten, da diese wesentlich schwerer sind als GfK- und Holzboote. Die Wandstärke des durch Schott und Ducht versteiften Rumpfs liegt meist bei etwa fünf Millimeter. Die Plicht ist bei Holzbooten oft mit einer Gräting versehen. Das Boot ist auf dem Dach eines PKW bequem zu transportieren…

„Unser“ Opti lagerte, wie schon erwähnt,  auf dem Feriengrundstück und die Idee, den Jungs mal zu zeigen, wie segeln geht, hatte unser Ferien-Opa (87!) Kurz und gut wurde also die Jolle aus dem Schuppen gerollt, entstaubt, die Takelage vom Heuboden geholt und den Jungs die Schwimmwesten übergeholfen. Dann ging’s los: Opa Peters hat sich jeden Bengel einzeln ins Boot gesetzt und eine Einführungsrunde gedreht. Danach war dann Zeit für einen selbständigen Turn. Und: die Jungs haben das perfekt hingekriegt! Ein paar hundert Meter weiter gibt’s die  „Segelschule am alten Hafen“. Dort  drücken betuchte Eltern 350€ ab, damit die Kids nach einem Wochenlehrgang mit einem „Segelschein“ nachhause fahren dürfen. Das gibt’s bei Opa Peters gratis und im Crash-Kurs in weniger als zwei Stunden. Die Jungs haben dann zwar keinen offiziellen Segelschein (braucht man in dieser Bootsklasse auch nicht…)  aber sie haben, glaube ich, die Grundregeln intus und können locker eine Runde übern Bodden segeln. Ich dachte mir ja, was die Burschen können, kannst Du auch, ohne Opa – und hab mich auch mal in die Nußschale gezwängt…

Anfangs ging das noch ganz gut und ich hatte den Hinweis von meinem Sohnemann im Ohr: „…Papa, immer den Bug im Wind halten…“ Später kam der Wind von allen Seiten, ich hatte völlig die Kennung verloren und landete als blutiger Anfänger im Bodden-Schilf…wurde aber später aus dieser misslichen Lage, durch den beherzten Ruderboot-Einsatz der Familie gerettet, die meinem hilflosen Treiben nicht länger zuschauen wollte. Leider gibt es davon keine visuellen Belege, denn es wurden alle Hände gebraucht, um Mann und Boot in den Heimathafen zu schleppen… 😉

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Eine Antwort zu Opti (mismus)…

  1. caro schreibt:

    Feine Geschichte, Gerald. Die Kinder sind eben pfiffsch. Und der gute Herr Peters sowieso.
    Mir fällt eine ähnliche Geschichte aus Kindertagen ein. Sie endete mit einer Kenterung. Da haste noch Glück gehabt 😉

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