Herr Ritzel im Überplan…

…wie ein Winterprojekte überraschend schon im Herbst zum Abschluss kam:

…als Artus das Schwert Caliburn in einer Schlacht zerschlagen hatte, schenkte die Herrin vom See dem jungen König als Ersatz Excalibur, um damit sein Königreich zu schützen. Der Legende nach gab Excalibur seinem Besitzer übermenschliche Kräfte, und seine Scheide machte jeden, der sie bei sich trug, unverwundbar. Jedoch raubte Artus‘ Halbschwester Morgan LeFay durch eine List die Scheide, sodass Artus seitdem bei Verletzungen wieder gefährdet war. Excalibur aber blieb ihm erhalten… So weit die Legende. Und jetzt die wahre Geschichte: Das Schwert hing schon sehr lange in der Rennrad-Edelschmiede nahe des kleinen Flüsschens Schnauder, unweit der Siedlung  Schnaudertrebnitz, am berühmten Nagel. Der Besitzer war vor Jahresfrist als Landsknecht  ins Lager der Kreuzritter gewechselt, hatte fortan jede Menge mit der professionellen Wartung von Schlachtgeräten zu tun und kaum noch Zeit, sich selber im Schwertschwingen zu üben. Wenn er müde und abgekämpft von Kämpfen aus dem mediterranen, romanischen oder keltischen Raum zurück in seine kleine Schmiede kehrte, war ihm nach Ruhe und Einkehr. Dort streichelte er oft sein Excalibur, nahm es auch mal mit auf einen kleinen Ritt im Herzogtum Groitzsch. Dabei kreuzten öfter Knappen seinen Weg, die ihn auf das Schwert zwischen seinen Beinen ansprachen, sich begehrlich zeigten und den Besitzer derart in Bedrängnis brachten, dass er sich dem Gedanken, es in gute Hände abzugeben nicht mehr verwehren konnte. Schließlich wird ein Schwert ohne exakte Aufgabe irgendwann stumpf. Anno kürzlich kreuzte erneut ein ergebener Knappe, diesmal aus dem nahen Herzogtum Connewitz, seinen Weg. Während man nebenher ritt tauschte man sich über geschlagene Schlachten und die momentane Qualität des Kriegsmaterials aus. Der Knappe berichtete von einem Wunderschwert aus Titan. Es sollte in der Lage sein, seinen Besitzer ohne Erschütterungen einen Stein durchtrennen zu lassen. Diese Wundergabe goutierte König Artus mit einem müden Lächeln. Wenn es denn so wäre, warum wurden dann die wichtigen Schlachten der letzten Epoche nicht mit diesem Schwert gewonnen, warum sind die Siegerschwerte immer noch die aus der Schmiede Avalon?  Kurz darauf trennten sich die Wege und der nachdenklich gewordene Knappe ritt nachhause.  Doch es währte nicht lange und der Knappe kehrte zurück, begehrte in König Artus Werkstatt Einlass besah sich das Schwert erneut, nahm es in beide Hände und zwischen die Knie, prügelte den Asphalt und ein mittelalterliches Pflaster auf dem Hof der Schmiede und entschied: damit werde ich künftig ausreiten! Ob verwundbar oder nicht, jeder Erschütterung trotzend…es sind noch viele Schlachten die geschlagen sein wollen! Fortan war das Schwert in seinem Besitz.

Herr Ritzel und sein Schwert
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5 Antworten zu Herr Ritzel im Überplan…

  1. Rotorello schreibt:

    Da ich mich schon des längeren als Nachfolger des Schwertschweines, auf welchem Ritter Ritzel durch die Lande rollte, anheim stellte, hoffe ich nun auf schnellen Antritt. Das nötige Kleingeld konnte durch den schmerzlichen Verkauf meines geliebten Rotor bereits teilweise beschafft werden.

  2. ritzelconnection schreibt:

    …natürlich lädt der Schwerteigner zum Klingen kreuzen und einem anschließenden Gelage…doch zunächst ist noch etwas Feinjustage im Milimeterbereich nötig und dann erwarten wir ja das Hoch Günther… :mrgreen:

  3. Jörg schreibt:

    Schreiten wir in der Welthistorie doch einmal ungefähr 800 Jahre voran, weg von den sagenhaften Rittern des Mittelalters, hin in die Regierungszeit Peter des Großen. Der hat seinen Untertanen, welche sich Meriten im Staatsdienst erworben haben, eine Tätowierung am Hals stechen lassen. Warum? Nun, die treuen Staatsdiener sollten in den Schankwirtschaften des Russischen Reiches stets Freitrunk erhalten, als Dank für ihre Staatstätigkeit.
    Ein entsprechendes Papier, welches den Staatsbüttel als Freitrinker vorm Wirt verifizieren konnte, ging stets verloren (vermutlich in Folge ausgedehnter Sauftouren…), daher wurde nach langen Überlegungen vom Zaren ein Ukas erlassen, den verdienten Dienern des Staates ein Tatoo am Hals einzubrennen, das nämlich konnte schwerlich verloren gehen.
    Man stelle sich die Szene vor, wie ein solch glücklicher Mensch in eine Schenke tritt, vom Durst gepeinigt. Eine Handbewegung reicht ihm, dem Wirt zu signalisieren, hier muss jetzt schnell ein Getränk auf die Theke. Diese Geste, ein Klopfen mit dem Rücken des Zeigefingers an den Hals, dorthin wo sich die Tätowierung befindet, hat sich bis heute erhalten. Nicht nur in Russland, sondern auch weit nach Osteuropa hinein, ja sogar bis Deutschland. Sie gilt als ein unmissverständliches Signal dafür, dass man Durst hat und „einen heben“ will.
    Der Leser wird sich fragen, warum, verflucht nochmal, schreibt der hier so ein Zeug zusammen…und wie steht das im Zusammenhang mit dem neuen, scharfen Schwerte des Knappen aus Connewitz. Die Antwort ist einfach: die gesamte Blogsportgruppe steht bewundernd vorm Excalibur und klopft sich erwartungsvoll mit dem Zeigefinger an den Hals…

    Glückwunsch zum neuen Rad, Gerald!!!

  4. Wolle schreibt:

    Tolles Schwert!
    Es soll in starker Hand immer scharf bleiben!

  5. montymind schreibt:

    na, da hat die geschichte ein carbones ende gefunden…viel spaß mit dem neuen „S…ersatz“ 🙂

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