Fleche Allemagne 2012 – velosophisches

Fleche Allemagne 2012

Fleche Allemagne 2012

Fast ein Jahr ist es her, dass die Blogsportgruppe den Fleche Allemagne bestritten hat. Heute nun endlich lagen im Briefkasten die Medaillen und eine Art Urkunde, ausgestellt vom Audax Club Parisien, die uns, den Randonneuren, offiziell bestätigt an dieser 24 Stunden Sternfahrt über die Distanz von 400 km teilgenommen zu haben. Erfolgreich teilgenommen zu haben.
Nicht dass es einer Bestätigung dessen bedarf, nicht dass wir begierig darauf sind, dieses Zertifikat nun in den Händen zu halten, nein – aber dennoch bewirkte dieses Stückchen Papier (Serienbrief) und die Medaille (Stempel Büttner GmbH, Hamburg) bei mir einen erinnernden Rückblick auf dieses Ereignis.

Wir alle haben uns in diesen 24 Stunden in eine Extremsituation begeben. Extremsituationen sind selten geworden in unserer Zeit, so scheint es. Und es scheint, dass der Mensch sie dennoch irgendwie braucht. Denn, wie sonst kann man jemandem begreiflich machen, dass vier Herren jenes unfassbare Vorhaben freiwillig in Angriff nehmen. Ich habe es mehrfach versucht, und habe meist bedauerndes Kopfnicken als Reaktion bekommen.
Leipzig-Zeitz-Naumburg-Sangerhausen-Nordhausen-Duderstadt-Heiligenstadt-Eschwege-Gerstungen-Eisenach, kühles aber meist sonniges Frühlingswetter, Nachttemperaturen um die 3 Grad, kein Schlaf, Verpflegung-naja, unterschiedliches Tempo in der Gruppe, Zeitdruck!
Niemand kann vorher sagen, wie er in Extremsituationen reagieren wird. Auch ich nicht! Wie kann ich erklären, dass ich (als „Kapitän“) entschieden habe, die Gruppe zu teilen, nur um das erklärte Ziel pünktlich zu erreichen? Einen, meiner besten Freunde früh um vier irgendwo in der thüringischen Pampa allein zu lassen. In einer Normalsituation vollständig unvorstellbar!
Jetzt kann ich rückblickend sagen, dass dieser Fleche Allemagne eine Prüfung der ganz besonderen Art war. Es war eine Reise, die nicht nur auf dem Rad stattgefunden hat, sondern auch im Kopf. Eine Reise, die schmerzhaft aber auch irgendwie hilfreich war.

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2 Antworten zu Fleche Allemagne 2012 – velosophisches

  1. carodame schreibt:

    Da kann man nun noch gratulieren. Zu der extremen Reise und zu geheilten Wunden. Ihr ward tapfer. Extreme Situationen führen zu extremen Entscheidungen. Da gibt es kaum richtig oder falsch. Alles außerhalb der Wertung. Die Kunst liegt in der Akzeptanz. Auf Euch!

  2. ritzelconnection schreibt:

    …oh, hatten wir nicht neulich das Thema, wann und ob überhaupt noch etwas von den gestrengen Herren des Audax Club Parisien zu hören sei? Nun diese Überraschung! Ich erinnere an die Prüfung der Strecke – für die Homologenisierung haben sich die Organisatoren ja auch wochenlang Zeit gelassen…Und, lieber Jörg, Capitano des damaligen Unterfangens: Zeit heilt alle Wunden 😉

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