Logbuch, 13. Oktober … go West!

IMG_0587Wenn das Anhaltische in den Fokus von Ausfahrten genommen wird, dann hat das oft auch was mit Pathologie zu tun. Im Fall der letzten Sonntagsausfahrt gleich zweimal: Zum ersten schleicht sich das Gefühl ein, man führe partiell durch todgeweihte Landschaft: Tristesse, Verfall und morbider Charme flogen an uns vorbei. Zum zweiten legten wir einen ersten Stopp in Dehlitz ein, woselbst eine für die Pathologie wichtige Persönlichkeit 1829 das Licht der Welt erblickte: Ernst Leberecht Wagner, einer der späteren Gründungsväter des Pathologischen Institutes der Universität Leipzig. Eine alte, weitestgehend im Verfall begriffene Schloßanlage, ein paar Stallungen und die mit Zäunen bewehrten zeitgenössischen Herrensitze im Eigenheimstil geben dem Ort sein heutiges Gesicht. Aber das „Alte Rittergut“ hatte geöffnet und wir konnten, freundlich bewirtet, eine schnelle Limonade trinken. Vorm Tresen saß, weggenickt, ein Dehlitzer Senior vor seinem Frühschoppenglas,  träumte vielleicht von seinem ehemaligen Schulkameraden Reinhard Hauptmann, laut Wikipedia, neben Leberecht Wagner eine weitere Dehlitzer Persönlichkeit und Fußballer! 1947 hier geboren, spielte er in der Jugend bei den Junioren von „Chemie Leipzig“ und rückte 1971/72 in den Oberligakader von „Stahl Riesa“ ein, wo er als Stammspieler dann auch seine Karriere beendete.

20530087

Wohlan, über den Laub bedeckten, feuchten Rippachtalradweg stemmten wir uns weiter im frischen Westwind – querten das so gut wie ausgestorbene Weißenfels und erreichten später die Feste Schönburg. Elsässer Flammkuchen, Weizen und ein Brand darauf, dass Swiss-Cross-Tommy nach seinen ersten 50 Kilometern auch fürderhin immer ein treuer Untersatz bleiben möge! Und im Rückblick muss ich feststellen, dass sich diese erste längere Testfahrt so anfühlte, als wären wir schon lange gute Freunde! Perfektes gutmütiges Handling, kraftvoller Vortrieb eine exakt funktionierende Mechanik gepaart mit einem design- und farbtechnisch markanten Auftritt führten immer mal wieder zu Endorphinausschüttungen, die, wie bekannt, Mitverursacher von Euphorie sind. Hinzu kam auf der Rückfahrt die Sonne wieder raus und tauchte das Saaletal in ein goldiges Licht…

IMG_0636

IMG_0561Noch eine kleine Randepisode, die aber nicht unwesentlich zum entspannten Fahrvergnügen beigetragen hat. Als Tommy am Freitag aus dem Werkstattbereich des BDO in meinen Besitz wechselte, wurde ich auf die mögliche (und überdies in allen einschlägigen Testberichten nachuzulesende) Balbuties der TR Carbongabel hingewiesen, jene Sprachstörung die vornehmlich Stahl- aber auch Carbonforken an Querfeldeinrädern befällt und oft als unheilbar abgetan wird. Hier kommen die Fachexperten vom BDO ins Spiel, die mir für den Fall dass ich mit der Stotterei ein Problem hätte die Nachrüstung mit einer „Berner Platte“ empfahlen. Jene simple Carbonscheibe, die als Zuganschlag dient und in der ihr eigenen nachgiebigen Weise als Sprachheiler fungiert. Ich musste da nicht lange überzeugt werden, schon am Samstagmittag wurde die Platte durch Schrauber Sören sauber implantiert. Ergebnis: perfekt! Balbuties adé!

IMG_0602

IMG_0580

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Startseite abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Logbuch, 13. Oktober … go West!

  1. ritzelconnection schreibt:

    …die Emotionen sind „schuld“ 😉

  2. Ronald Schäfer schreibt:

    sollte natürlich Pathos heissen, beim editieren verloren gegangen!

  3. Ronald Schäfer schreibt:

    Vielleicht ein wenig viel Path(ologie)s?!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s