Logbuch, 9. November: …lost in Anhalt

Das Verfahren ist beendet sagte der Richter und kaufte sich ein Navi…
 

Es begann entspannt, nach einem ausführlichen Familienfrühstück. Draußen lockt noch einmal die Herbstsonne. Die Temperaturen zweistellig! In der Box wiehert der gerade mit einer niegelnagelneuen CX-Kurbelgarnitur nachgerüstete Tom R. Gegen 11 Uhr mache ich mich mit  The Smiths auf den Weg zu einer Verabredung mit einem guten

Freund, der in Schnaudertrebnitz an der Schnauder siedelt und dort ein Fahrradfachgeschäft unterhält. Da uns, neben dem Radfahren, noch andere Leidenschaften verbinden, wartete dort eine Pavoni, also ein frisch gepresster Café, bei dem im herzlichen Gespräch die wichtigsten Themen des Lebens synchronisiert wurden. Wir hatten uns lange nicht gesehen. Mein Plan: von Schnaudertrebnitz über Groitzsch und Pegau-ein sehenswertes städtebaulich interessantes Kleinod (Hieronimus Lotter hat in Pegau schon mal fürs Leipziger Rathaus geübt…)

hinüber nach Granschütz möglichst querfeldein… Da entdeckt man schon mal ganz neue Querfeldein-Reviere! Hinter dem Monarchenhügel geht es nämlich richtig zur Sache. Erst mal harmlos und dann mein erster „Abstieg“ in einem Schlammloch… Harmlos. Mit nasser Hose und Füßen zudem in „Tarnfarben“ am gesamten Dress ging es aber, neugierig geworden, weiter am Rand eines großen verwunschenen Gebietes, dem aktiven Tagebau Profen nördlich vorgelagert. Endlose Wiesen- und Schotterwege! Irgendwann war ich dann wieder in der Zivilisation, kurz vor Muschwitz, angekommen. Die Hose und die Füße waren wieder einigermaßen trocken, der Lehm bröckelte ab, die Sonne schien

ja, gottlob! Von Muschwitz hinüber nach Taucha und Granschütz sind es dann nur noch 10 Kilometer – nervig nur der fiese Westwind, der gut unterwegs war. In Granschütz angekommen wurde das bereits perfekt abgesteckte Areal am Auensee gecheckt, wo am MDCM-Granschütznächsten Tag die Mitteldeutschen Meisterschaften im Querfeldeinfahren stattfinden sollen. Ein wirklich sehr schöner Kurs, gespickt mit vielen „Schikanen“ und nicht ganz ungefährlich, was die Gefällestrecken betrifft! Viele Crosser lieben diesen Parcours – vielleicht deswegen ?!

Alles schick, alles gesehen begann nun meine Wegfindung retour nach L.E., den Wind im Rücken. Und: ich wollte mal was Neues ausprobieren… Das Navi, hinten in der Trikottasche, sollte, wie schon auf den vorangegangenen Abschnitten, nicht bemüht werden, denn ich wollte mich mal wieder ganz auf meine Intuition verlassen… Als der erste Wegweiser „Nessaradweg“ auftauchte folgte ich dem blind. Die besagte Intuition ließ mich schon recht bald zweifeln, ob das ein Weg ist, der in Richtung Leipzig führt. Immer wieder West- statt Ostpassagen. Das machte stutzig. Andererseits ein interessanter und sehr crossiger Verlauf, der meine Neugier weckte. Also ließ ich es laufen und checkte das Navi erst wieder am „Burger King“ oberhalb von Weißenfels (!), wo die Ausschilderung denn auch abrupt endete. Bei einem Burger, einem Bohnenkaffe, einer Cola und einem Stück Kuchen rekapitulierte ich die Lage und erkannte (Dank vorausgegangener West-Erfahrung), dass es nicht weit  zum

Rippachtal-Radweg sein kann. Der war auch schnell gefunden. Analog dem eingangs zitierten Richter stellte ich also das Verfahren ein. Die Sonne ging langsam unter und ich musste Gas geben. Das war aber kein Problem – der Wind schob mich förmlich, via Dehlitz-Lützen-Seebenisch-Göhrenz-Lausen heimwärts. Vorweggenommenes Finale an der Taborkirche im „Don Giovanni“ bei Kilometer 85 mit einem guten Glas Rotwein und einer Bruschetta Traditzionale. Damit war die „gastronomische Entgleisung“ im „Burger King“ wieder ausgeglichen 😉 Für Nachfahrer: die Strecke im Überblick

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