Logbuch, 19. Juli: The Monument, feat. Frau Schramm & Frau Tschirner…

Wir trafen uns in fröhlicher Grundstimmung: Die Tagestemperaturen hatten vorne eine Drei und manchmal flackerten auch die Displays am Lenker mit einer Drei…aber weniger konstant! Die Zwei war wohl doch das angesagtere Tempo. Darauf hatten sich die vier StartProtagonisten der samstäglichen Kriebsteintour, Andreas, Hans, Tilo, Herr Ritzel, geeinigt, bevor sie früh um Neun an der CONNSERVE in die 170km Backstube starteten. Der Streckenwart hatte eine hübsche Asphaltschleife gebastelt und darein die Burg Kriebstein eingebunden. Direkt an deren Ostseite führt die angeblich steilste Straße der Republik hoch (25% !!) im Radfahrerlatein oft auch als „Monster“ und „The Monument“ besungen. Legende hin und her: es ist ein böser BROCKEN! Bis zum Monument, an dessen Fuß wir noch in Siegerpose am 25%-Schild posieren, gab es zunächst eine kurzweilige Anfahrt. Im Süden raus, an Steinbach und „Hermanns Garten“ vorbei (kein Bier vor vier!) über Flößberg via Elbisbach und Hopfgarten, Ebersbach nach Geithain.Dort begegnet uns überraschend Maik Registry auf dem Weg zum Bike-Polo-Alina-Sommercamp. Die Welt ist ein Dorf! Wir quatschen kurz und eilen weiter. Ein paar hundert Meter weiter an der zentralen Kaufhalle wird frisches Wasser in die Bidons

IMG_3163gelassen. Fiko spendiert für jeden noch eine Banane. Great! Dann die wunderschöne Passage über Wickershain und Narsdorf zur „Grünen Tanne“. Berauschende Abfahrt von dort nach Wechselburg. Fiko (Tilo) zeigt, wie noch öfter an diesem Tag, seine Abfahrerqualitäten (Mensch, der hat doch auch Familie…), stürzt sich hemmungslos in jede Kurve…Das gigantische Göhrener Viadukt wird gequert und jenseits der Zwickauer Mulde geht es in den Anstieg hoch nach Kossen. Herr Ritzel hat plötzlich ein allzumenschliches Problem. Stoffwechsel in seiner härtesten Ausprägung macht sich bemerkbar… Insofern nimmt er die traumhafte geschlungene Waldpassage in Richtung Mittweida nur als pure Ablenkung wahr 😉 Endlich ein Hinweisschild: „Gasthof zum Hirsch“ (!) Die Räder werden hastig abgestellt und die Location gestürmt: Eine Oase! Frau Schramm stellt, wesentlich schneller als Frau Würfel eine Woche vorher, vier alkfreie Paulaner auf den Tisch – im Hintergrund ruht der gut gefüllte Pool- Verlockung pur. Aber nicht für vorbeieilende Radler. Herr Ritzel entert erst mal die Schüssel…und die Augäpfel treten langsam wieder zurück 😉 Gottlob, das war knapp. Parallel, so erfahre ich am Abend beim „Nachgucken“ der 14 TdF-Etappe, erging es dem französischen Meister Arnaud Demare: Er stürmte in höchster Not ein Zuschauer-Wohnmobilklo am Rand der Strecke. Vermutlich werden die Eigner des Wohnmobils sich die Toilette vergolden lassen…Für Frau Schramm vom „Hirsch“ zählen solche Notfälle hingegen zum nullachtfuffzehn Alltag und entsprechend relaxed zeigt ihr Gesicht ein herrlich entspanntes Grinsen. Weiter ging es denn nach Mittweida. Noch mal „Wasser marsch“ am Netto, bevor das Pfeihltal und die Querung der Zschopau genommen wird. Hurtig Hügel auf und Hügelab, immer zwischen 8, 10, und dreizehn Prozent. Bei gefühlten 30° schlaucht das schon…und Fiko macht immer mal die „aufbauende“ Ansage: „…wir haben erst die Hälfte der 1.400Hm passiert…“ Dann, endlich nach einigen wunderschönen Streckenwindungen: Kriebethal! Wir stehen am 25% Schild. Meine jungspundenden Begleiter stemmen sich in die gigantische Rampe! Ich versuche das auch, klicke aber 50m vor der rettenden Einfahrt in den Burghof aus. Schon das hochlaufen ist anstrengend! Im Burghof serviert Frau Tschirner flink und gut gelaunt die obligate Weizenrunde! Alle Qualen vergessen! Unisono die gleiche Wahrnehmung: Herrlich entspanntes Servicepersonal! Nebenher wird auch noch eine IMG_3197Hochzeitsgesellschaft in Szene gesetzt … Highheels stöckeln über den mittelalterlich gepflasterten Burghof…ein hübsches Bild! Unser Quartett trinkt aus und nimmt geschlossen die letzte wirkliche Steigung des Tages. Wieder „oben“ angekommen pedalieren wir auf Arras. Und da passiert es: in der Abfahrt verliere ich den Anschluss. Meine Begleiter werden in der Ferne immer kleiner…wie auf einer Modelleisenbahnanlage verschwinden sie in einer malerischen Kulisse. So was passiert eben…wenn der Guide die Strecke auf dem Display hat, aber den Rufkontakt verliert. Mein Garmin-Kurs führt mich auf dem angesagten Kurs durch ein zauberhaftes Tal. Gefühlte 15 Kilometer rolle ich leicht bergab, parallel ein Bächlein, hin und wieder ein Gehöft. Dann ein Hinweis: Rochlitz 2 Kilometer.Da fällt mir Schloß Rochlitz ein und das „Blümchen-Café“ hoch über der Mulde. Darüber hatte ich kürzlich was gelesen. Ich also dort hoch und in einem herzerfrischend liebevollem Ambiente eine Salamisemmel und ein Radler konsumiert und das bei einem herrlichen Blick auf die Zwickauer Mulde! Dann weiter auf den verschlungenen Wegen IMG_3235hinter dem Rochlitzer Bahnhof auf Holzstiegen über die Mulde in Richtung Colditz. Diese Passage auf der Talstraße wurde ja schon öfter und ausführlich, ob ihrer Romantik, besungen. Das spare ich mir heute mal. Dann, auf dem Colditzer Markt angekommen, der obligate IMG_3238„Fruchteisbecher Speziale“ beim Italiener im „Schloßcafé“. Die Stühle sind noch warm, denn just eine knappe Stunde vorher, so teilte der Patrone mir mit, waren Companeros hier. Von Colditz über den schönen Weg entlang der Zwicker Mulde hinüber nach Kössern und via Großbothen, Großbuch, Otterwisch, Oeltzschau, schob mich ein freundlicher SO-Rückenwind heimwärts. Alles gut! Unvergessliche Stunden auf und neben dem Asphalt! Alle Bilder:

 

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