Logbuch, 1.August: ELBTAL-Giro

Sonnabend,1. August, 8:00 Uhr am ehem. sowjetischen Pavillon: Die BSG trifft sich zu einem kleinen Ausflug ins Elbtal an einen  jener „111 Orte in Sachsen die man gesehen haben muss“ (Oliver SElbtal_Giro061chröter, Emons Verlag, 2012)  Dort liest man, dass die Landschaft aus sanften Weinbergen, saftiger Natur und der endlos dahinrauschenden Elbe einer Wahrnehmungsexplosion gleich kommt, die besonders emotionale Gemüter mit Sicherheit zu Tränen rührt. Na, das scheint mir etwas übertrieben, obgleich ich gestehen muss: es ist wirklich eine atemberaubend schöne Gegend, dieses kleinste deutsche Weinanbaugebiet mit seinen Weindörfern Diesbar-Seußlitz, Hirschstein, Diera-Zehren oder Karpfenschänke (tatsächlich ein Ort!) Zurück zu unserer Ausfahrt, die auf der Alten Messe bei zunächst lausigen 13°C startet. Wir pedalieren als Quintett gegen eine leichte bis mäßige Brise frischen Ostwind und erreichen über Trebsen via Mutzschen nach 66km Mügeln und einen Bäcker im 0815 Gewerbegebiet. Aber egal, der Bohnenkaffee schmeckt und ein zweites Frühstück kommt wie gerufen. Wir sind schließlich zeitig aufgestanden. Dann Elbtal_Giro044gehts weiter durchs lauschige Jahna-Tal. Zwischen Niederlützschera und Wutzschwitz rauscht eine  einladende Schänke namens „Kastanie“ vorbei, die später mal besucht werden muss. Dann in der „Pflege“ hoch nach „Terence Hill Town“ Lommatzsch. Der Leser erinnert sich? Hinter Lommatzsch endlich die rauschende Abfahrt zur Elbe. Viele Siedlungen fliegen vorbei, fast alle mit einem zungenbbrecherischen „…tzsch…“ im Ortsnamen. Unten angekommen gehts auf dem Elberadweg weiter bis zur Brücke in Meißen. 100km sind abgespult. Dort ein malerischer Blick auf die Albrechtsburg! Die Elbe wird gequert, nun schiebt uns der Wind die verbleibenden 115km vor sich her. Jetzt wird es richtig kitschig: Rechts die Weinhänge, dazwischen immer mal eine Felsformation oder ein Stück Flussaue  zwischen denen sich ein schmales Asphaltband windet, flankiert vom Elbaradweg flussabwärts. In immer kürzerer Taktung erscheinen die Weinschänken mit ihren schattigen Freisitzen und Lauben. Wir unterbrechen die Ausfahrt am Kilometer 114 Elbtal_Giro073in den „Seußlitzer Weinstuben“. Es wird ein Schoppen Weißburgunder vom Weingut Lehmann genommen, dazu wahlweise Speckkuchen oder Omelett mit frischen Pfifferlingen. Nach einstündiger Pause, abgeschlossen mit Bohnenkaffee und einem Stück hausgemachter „Elbwelle“ borden die Energiedepots über und eine forscher Heimfahrt ist angesagt. Zunächst geht es bei Riesa (Stahl, Nudeln, Streichhölzer) wieder auf die andere Elbseite und dann mit einem westwärtigen Knick hinter Strehla über Sahlassan in die Dahlener Heide. Kurzer letzter Boxenstopp im Waldbad Schmannewitz, eine der letzten Freiluft-Badestätten „Made in GDR“. Nur noch hier zu bestaunen: ein originaler DDR-Zeitungskiosk. Leider nicht mit „Wochenpost“, „Neues Deutschland“, „Bummi“, „Atze“, „Frösi“, „NBI“, „Mosaik“ oder „Zeit im Bild“ bestückt, sondern zur schnöden Rumpelkammer degradiert. Ohne Willi Schwabe!                                                                           ElefantenrundeKnappe zwei Stunden später rollen wir, nachdem noch ein kurzer Gruppenfoto-Stopp am Kührener Elefanten notwendig wurde und ganz final am legendären Erdmannshainer Bier- und Brauseautomaten ein Radler in den Ausgabeschacht plumpste, wieder in L.E. ein. Alle Bilder von unterwegs gibts hier. Die Strecke da.

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