Logbuch 30. Mai: Heldenrunde über’n Ossa-Brenner!

Es besteht kein Zweifel. Mein Trainingsrückstand ist eine Katastrophe. Die Himmel(aus)fahrt der Blogsportgruppe bot endlich mal wieder die Gelegenheit neben den degenerierten Muskeln mein  kollektives Gedächtnis zu konditionieren. Erinnerungen an hübsche Ausfahrten wurden wach, als sich ein weitgehend homogenes Sixpack an der Seeterrasse traf, um in einen sonnigen Radsporttag zu starten. Um es vorweg zu nehmen: am Ende standen genüssliche 100km auf der Uhr, viel Geschnatter von Sattel zu Sattel, zwei Hopfeneinkehrschwünge und ein Pedalieren über einen sowas von schönen auf- und ab-Parcours südlich des Streitwaldes bei Kohren-Sahlis. Das dort unten in der hügeligen Landschaft
Spassvögel den „Brenner“ zwischen Wenigossa und Ossa ausgemacht und den auch noch ganz professionell mit einem Schild als Landmarke manifestiert haben, ist meinen Mitfahrern gar nicht so aufgefallen, als sie den Hügel hochgekeucht sind, ohne Blick nach rechts und links. Mein Part ist da natürlich das Innehalten, das Anhalten, das aktivieren der Sucher-Kamera im Wortsinn. Insofern fahre ich oft hinterher, um Eindrücke einzusammeln, die ich dem kollektiven Gedächtnis über diesen Umweg des Blogs wieder einspeisen möchte. Also der Brenner-Pass war das Eine. Aber schon wenige Kilometer weiter, die Ortsdurchfahrt Syhra  , vorbei an der alten VEB-Obstmosterei (mit einem bemerkenswerten und bewohnten Storchennest) war gerade passiert, tauchte eine neue historisch relevante Destination auf: Das sagenumwobene Fliegerdenkmal! Schon unzählige male bin ich dort vorbeigefahren und aus dem Augenwinkel sah es immer nach einer vergammelten Kriegserinnerungsstätte aus – nun aber ein ganz anderer Eindruck! Kein Heldenfriedhof der an die Toten eines kriegerischen Scharmützels erinnert, sondern eine gepflegte Anlage mit einer kleinen MIG oben auf dem Obelisken, mit Erklärtafeln und natürlich einer unbesieglichen Inschrift.  Wenn das alles so stimmt, wie es  die Legende beschreibt und sich zwei sowjetische Piloten am  9.Oktober  1966 freiwillig aus dem Leben verabschiedet haben, um zu verhindern, dass ihre havarierte MIG auf Syhra stürzt, dann ist das schon bemerkenswert. Was aber, wenn andere Gründe zur tragischen Notlandung zwangen und gewiefte Propagandisten das in den Sechzigern zur Heldenstory hoch gehypt haben? Das bleibt ein wenig offen. Zurück zur Himmel(aus)fahrt. Die Kollegen der BSG waren, ob meiner Foto-Recherchen  inzwischen aus dem Blickfeld geraten. Das wir uns aber wenige Kilometer weiter im Biergarten der Hermsdorfer Mühle wieder treffen würden, war mir schon klar. Hopfentechnisch ist dort Maisel’s Weisse am Hahn. Was für ein Glück und Rückerinnerung an den eigentlichen Anlass der Radfahrt: bei schönem Wetter im Kollektiv zu radeln, halt zu machen und hernach leicht beflügelt weiter zu fahren. Und noch eine erfreuliche  Einlassung: BSG-Mitglied und Chefdesigner Uwe (Egon) Adler spendierte auf dem sonnigen Freisitz – wir hatten inzwischen Bowu mit Kartoffelsalat bestellt – seine

außergewöhnliche Visitenkarte! Ein dezent verpacktes Flickzeug mit allen notwendigen Netz-Adressen, um sich nach Mass in Sachen Radhosen und Trikots einzukleiden. Great! Wer den weiteren Parcours kennt, weiß auch,  dass auf dem Weg von der Hermsdorf Mühle in Richtung Leipzig  die Ortschaft Hopfgarten liegt und ein nochmaliger Stopp am Brauhaus der „Kräcker-Brauerei“ eigentlich zwangsläufig ist. Schon, weil die historischen Verbindungen der BSG zu den Privatbrauern dort wurzelt. Verständlich ist aber auch, dass ein Teil des Pelotons 6km nach dem Pausieren in der Hermsdorf Mühle nicht schon wieder aus dem Sattel steigen mochte. Insofern sei verziehen, dass sich aus dem Sixpack der BSG ein Quartett verabschiedet hatte. Jörg & myself hingegen verweilten kurz hinterm Sudhaus in Hopfgarten, parlierten mit dem Gründervater des Bieres noch etwas über die Welt, tankten ein wunderbares helles „Kräcker“ und kurbelten dann via Flößberg,  Beucha, Kitzscher, Thierbach auch in Richtung Heimat…Ohne Zweifel ein guter Blogsport-Tag!

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