BIKEBRAINPOOL 4.Juli 2017 Grassimuseum


Herr Ritzel zu Gast beim Thinktank der Fahrradbranche

IMG_1153Da landete kürzlich eine Einladung von Gunnar Fehlau in meinem Elektrobriefkasten, verbunden mit der Anfrage, ob ich dem BIKEBRAINPOOL anlässlich seines Abstechers nach Leipzig für eine illustre Ausfahrt zu dem einen oder anderen Punkt der Leipziger Fahrraddestinationen zur Verfügung stehen könnte. Was ich natürlich gern gemacht habe. Vorher hab ich allerdings nochmal schnell Google gefragt, was sich eigentlich hinter dem Bikebrainpool verbirgt und gelesen:  ist ein Kreis engagierter und namhafter Vertreter der Fahrradbranche, die über Wettbewerbs- und Verbandsgrenzen hinweg am gemeinsamen Ziel arbeiten, das Fahrradfahren zu fördern. Gegründet 1996 von Ulrike Saade versteht sich der BIKEBRAINPOOL als Trendscout und Ideenschmiede. Dabei steht die Vernetzung mit branchenübergreifenden Akteuren, Startups und Kreativen genauso im Mittelpunkt wie das Bewahren eines intimen und vertrauten Charakters.
Das klingt ja erst mal geheimnisvoll und ein bisschen verschworen. War es aber letztlich überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil die „Verschworenen“ um Ulrike Saade sind liebenswerte Menschen, die ein Velo im Herz haben und absolut neugierig sind. Die

Ausstellung „BIKES! Das Rad neu erfinden“ im hiesigen Grassimuseum (noch zu sehen bis 1. Oktober) war der Anlass für Bikebrainpool in L.E. Station zu machen. Dem umfangreichen Programm des Tages war eben eine Ausfahrt hier voran gestellt. Dabei konnten die Brainpooler auf Leihrädern von Retrovelo und Rad3 entspannt pedalieren. Die Eckpunkte: BDO – Radrennbahn – Parkbogen Ost. Jan Rickmeyer, L.E.’s Fahrradbeauftragter hatte einen kleinen Parcours gebastelt, der uns quer durch die City und Parkanlagen zu den verschiedenen Punkten brachte. Josch Russack gab am BDO detailliert Auskunft, wie ein Radladen läuft, welche Herausforderungen stehen, wie das Geschäftsmodell aussieht und welche Erfahrungen im Verlauf der Jahre gemacht wurden. Wolfgang „Ella“ Schoppe, ein ausgewiesenes Urgestein und intimer Kenner der ostdeutschen Radsportszene empfing uns an der Alfred-Rosch-Kampfbahn. Mit viel Herzblut wurde über die Genese der Bahn informiert. Das hier die Bewahrung eines wichtigen Segments der Leipziger Radkultur durch die Verantwortlichen der Stadt mehr Beachtung erfahren müsste, steht ausser Zweifel. Hernach ging es mit einem sehr informativen Zwischenstopp bei ROTOR BIKES (special Thanks an Sebastian!) durch „Hype-Plagwitz“ und viel Grün zur Sachsenbrücke im Clarapark. Kurzer Stopp am Eiswagen und eine Zwischenauswertung im Zeitraffer: wir waren uns einig, dass es  eine sehr lebendige Radszene in L.E. gibt, dass die Stadtpolitik mit Blick auf die positiv „von unten“ eingeschlagenen Pflöcke besser reagieren sollte. Also: mehr Wertschätzung und Berücksichtigung im „Verwaltungshandeln“ Und das in einer Stadt, die offiziell einen Radverkehrsbeauftragten beschäftigt, mehr personelle Manpower nötig ist, die auch in der Lage wäre Radverkehrsprojekte hinsichtlich der Planung und Realisierung  effizienter umzusetzen, steht wohl ausser Frage. Da macht uns ausgerechnet Dresden einiges vor… Nachdem wir – den Parkbogen Ost mussten wir aus Zeitgründen auslassen – wieder am Grassimuseum ankamen, waren die „Brainpooler“ doch sehr überrascht ob der positiven Eindrücke, die sich auf dem L.E.-Parcours im Gedächtnis eingenistet hatten. So jedenfalls ein Zwischenplädoyer von Ulrike. Dem will ich nichts hinzufügen und mich sehr für die Einladung bedanken. Ganz herzlichen Dank auch an Sabine Epple, die Kuratorin der „BIKES!“, für die vielen Hintergrundinformationen im Rahmen der exklusiven Führung durch die Ausstellung.

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Logbuch, 11. März: Kräckerrunde mit Justbiking…


Samstagmorgen pünktlich 10:00 Uhr steht Jörg (Justbiking) am Treffpunkt. Weitere Mitfahrer waren nicht avisiert und so konnte vom Plan Colditz abgewichen werden. Denn Jörg musste ich unbedingt mal die Familie Kräcker in Hopfgarten vorstellen. Vater und Sohn Kräcker brauen da unten in einer Familienbraumanufaktur ein vorzügliches Bier und verticken das neben der Autowerkstatt Kräcker, sozusagen aus einer Garage heraus. Großartig! Das Bier! Wir sitzen im Kräckerschen Garten und testen ein Schwarzes und ein Blondes. Der Sohnemann (7) leistet uns Gesellschaft, stellt interessante Fragen und gibt intelligente Antworten. Während ich mir zum Bier eine Zigarette drehe, fragt der Junior, ob es das jetzt auf Rezept gäbe…Kluger Junge, auch wenn ich halluzinierende Beigaben gar nicht dabei hatte. Und auf unsere Frage: „Was willsten mal werden?“ kommt prompt die Antwort: Brauer! Guter Junge! Wir sind begeistert und schöpfen wieder Mut, dass die Menschheit doch noch nicht verloren ist und verabschieden uns. Wieder im Sattel muss ich noch Jörgs neues Trikot aus der Adler tailor made Manufaktur würdigen. Wunderschönes Teil.

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Logbuch, 4.März 2017 Sonne lacht, Sowjetmacht…die BSG startet in den Frühling…


…und legt in Tautendorf eine Punktlandung hin! Ein Blogsport-Peloton wie aus dem Bilderbuch trifft sich pünktlich um 11 an der Connserve im Sperrbezirk. Unisono stellen alle fest: die Benachrichtigungskette funktioniert wie immer zuverlässig, die Rennmaschinen sind natürlich top in Schuss und die Stimmung ist bestens! Zehn(!) Starter nehmen im Gegenwind den ersten Abschnitt durch die Ränder der Tieflandsbucht – tauchen später in den Glastener Wald ein und beackern dann das hügelige Muldental. Über Sermuth, Zschadrass, Meuselwitz und Bockelwitz wird Tautendorf von Südwest samische-flagge-1-von-1„genommen“. Unter der samischen Flagge hatten Matthias und Nicole Bittner, die Wirtsleute des Gasthofes, schon alle Vorbereitungen getroffen, die Tische und Stühle raus gestellt, die Imbiss- und Getränkeversorgung gesichert. Kuchen, Knäckebrot, diverse Tuben mit samisch anmutenden Brotaufstrichen, kühle Weizen und harte Schnäpse (!) aus dem thüringischen Saalfeld lieferten ein hübsch buntes Bild im Nachmittagssonnenschein. Irgendwo wieherten Pferde und die zahlreichen Katzen des Hofes stromerten um unsere Beine…Ach herrlich! Beflügelt von dem Wissen, dass uns ein formidabler Rückenwind at home schieben wird gings  gut gestärkt wieder in die Sättel. Und es war eine herrliche Sause, auch wenn  gleich zu Beginn der Heimfahrt der 15% Anstieg in Börsen den Verdauungsvorgang  auf fatale Weise provozierte. Aber da sind wir ja Profis! Die Heimfahrt gestaltete sich, mit einem traditionellen Zwischenstopp bei Zschoches in Kössern – Zwischenaufhopfung mit einem kleinen Sternquell –  als ein sehr flottes Pedalieren! Auf den Tachos standen ausnahmslos 30er und teilweise 40er Kennzahlen. Und, wen wunderts, je näher der urbane L.E. Schmelztiegel rückte, machte die Ansage die Runde: „Zwöni am Lazy Dog…?“ Aber klar doch!! So ein Tag musste, nach 110km im Sattel, einfach seinen „Zwöni-Abschluss“ finden. Großartig!

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Logbuch, 31.Dezember 2016 / Silvester-Giro


…völlig zu Recht der Hinweis von Jörg (justbiking) Es fand noch keine Würdigung des Silvester-Giro statt. Das sei hiermit nachgeholt! Ein paar Bilder von dieser traditionellen Runde geben nun, etwas verspätet, Auskunft:

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Logbuch, 17. Dezember: Hans-Martin-Glühwein-Cup!


peloton_1-1-von-1…ho, ho, ho, der Glühweingiro No.3 wird mit dem Titel Hans-Martin-Cup geadelt. Warum? Weil Fahrer Hans mittendrin, am ausgemachten Zwischenstopp in Thierbach, eine Runde GWein für das siebenköpfige Peloton spendiert hat und Martin Stolle von der Oma aus dem Erzgebirge in die Runde gab! Bei bestem Winterwetter, gefühlten 3°C und Sonne in den Speichen, ritzelte der Kader im bunten Mix von RSL und BSG durchs Revier. Leider war der Parcours, durch einen Planungsfehler meinerseits, auch a72-1-von-1mit einer kleinen „Wandereinlage“ versehen. Der A72-Bau geht so zügig voran, dass ein noch vor 14 Tagen vorhandener Straßenabschnitt einfach endet und per Pedes auf das in Sichtweite neu entstandene Asphaltband gewechselt werden musste…Shit – oder besser Mud! Aber das tat der ausgesprochen guten Laune null Abbruch. Auf diese Weise lernt man bildschirmfoto-2016-12-17-um-15-18-34neue Strecken kennen… 😉 Fazit: Für den Silvestergiro sind wir gerüstet, der Gasthof Thierbach hat noch einmal seinem Service alle Ehre gemacht und wir waren pünktlich kurz vor zwei wieder Heeme! Alles richtig gemacht und neben her noch 50km abgespult. Und noch was: Bernd, nach längerer Abstinenz mal wieder am Start, hat seine Fahrradsammlung um ein bildhübsches Teil ergänzt: Ein RIH de luxe (Holland)

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Logbuch, 10.Dezember: Frühlings Glühwein Giro!


Was für eine Ausfahrt! Satte 9° C an diesem Vorabend des 3. Advent. Und ein 9 Fahrer starkes Peloton, ein bunter Mix aus Blogsport, RSL und Sympathisanten stürmt den überschaubaren Grimmaer Weihnachtsmarkt. Eigentlich war das ja kein Glühweinwetter, ein Weizen hätte sich eher angeboten! Und folgerichtig griffen einige Fahrer auch tatsächlich zum Pils. Eigentlich ein Wunder, dass uns unterwegs keine Fahrer in kurz/kurz begegnet sind. Also alles in allem eine hübsche, unterhaltsame, von ausgesprochen guter Laune geprägte Frühlingsrunde über 70km.

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v.lks.: Maik, Marcus, Jens, Monti, Ritzel, Uwe, Jörg, Lutz, Ben. Sehr bemerkenswert: Lutz und Jens halten insgeheim noch immer die Fahne der RSG Olympia Connewitz hoch. Jungs, ich bin stolz auf Euch! Und retour, 25km vor Leipzig, wurde im Gasthof Thierbach noch die Orga-Absprache für die Silvesterausfahrt klar gemacht. Save the date: 31.12. Start 11:00 Uhr am Klubhaus der Radsportgruppe Roter Stern, dem „Waldfrieden“ in der Bornaischen Straße 54. Willkommen sind ALLE die ein Fahrrad haben und vor der Silvestersause noch etwas Bewegung brauchen. Ein Asphalt-Parcours von ca. 50-60km wird dann unter die Pneus genommen. Natürlich mit dem obligaten Zwischenstopp auf ein bis zwei Getränke in Thierbach! Ganz wichtig: wer Raketen, Bengalos, Wunderkerzen o.ä. Knatterzeuchs mitbringen möchte, ist ganz besonders willkommen 🙂

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Logbuch, 3. Dezember: everything right…!


Wer hats erfunden? Den Global Fat Bike Day (GFBD)? Keine Ahnung. Was ich jetzt weiß ist: it was a explicitly happy Day!! Thanks an Gerard Rover für die charmante Erinnerung an den GFBD. Ich hätte es womöglich verpennt. Und das wäre extrem schade gewesen. Aber so wurde ja alles gut. Unkomplizierte Verabredung Highnoon an der Sachsenbrücke! Zunächst im Quartett: Gerard, Timo, Hans & myself – später am Lagerfeuer der Domholzschänke ergänzt durch Matthias und Uwe, rödelte dickes, mitteldickes und dünneres Gummi über den teilweise noch angefrorenen Wald-, Feld- und Wiesenboden. Und wer der Meinung war, dass man in der Leipziger Tieflandsbucht jeden Trail, jeden Hügel und jeden verschlungenen Pfad schon mal gefahren wäre – der hat sich heute eben manchmal geirrt. Gerard hatte am Start in den grob verabredeten Parcours ein paar Dinger eingebaut, die waren vom allerfeinsten 😉 Myself weiß jetzt jedenfalls: es gibt auch andere Varianten die Rodelbahn am Bienitz anzusteuern und einer der vielfach existierenden Leipziger Scherbelberge ist eben der nordöstlich von Grünau. Dazwischen gab es ein paar Standards: die schmale Häuser-Passage in Lindenhayn, die Abfahrt parallel zur Rodelbahn und die Querung des Lützschenaer Schlossparks. Natürlich ist so ein Globalfatbikehappyupanddownhillday auch gespickt mit kleinen Erholungen. Der famose Glühwein am Lagerfeuer-Imbiss der  Domholzschänke markierte das erste Innehalten – final folgte eine kurze Whisky-Verkostung, hoch oben auf dem „Dach der Tour“, dem Nahleberg auch als Kippe Möckern bekannt. Von dort stürzte sich Gerard dann auch als einziger in den Downhill…Ich wollte, wie so oft unterwegs, mehr  bewegte Bilder einfangen – aber es war, wie  immer, schwierig und umständlich: Anhalten, Packtasche auf, Kamera raus, Fahrer zu schnell, Motiv vorbei… Also sind doch mehr „Stills“ entstanden:

Nachtrag: Herzliches Dankeschön an meine Ausrüster (BDO und adler tailor made cycle wear) Der Test für den (möglichen) Winter ist bestanden! Ein Blick in meinen „Bekleidungsatlas“: Minimal-Wear: obenrum klassisch Netzhemd + Base Layer von Icebreaker + Endura Primaloft Jacket. Untenrum: Wintersocks von Specialized, Meindl Boots, kurze Radunterhose von Gore + Winter-Base von Adler tailor made + Endura Bikeshort MT 500:

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Logbuch 26. November: take five!


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Nebelgraue Suppe in der Leipziger Tieflandsbucht. Die Temperaturen im Fausthandschuhbereich! Das sind die immer wiederkehrenden Rahmenbedingungen, wenn die Blogsportgruppe ihre Serie der Glühweingiros ausfährt. Heuer sollte der Grimmaer WMarkt angesteuert werden. Das Ziel wurde kurzentschlossen geändert, nachdem der Nebel immer suppiger wurde und der Blick vom Hochufer des Störmthaler Sees den Eindruck machte, als führen wir entlang der bretonischen Atlantikküste.Der ausgesprochen guten Laune tat das in der BSG Group of five keinen Abbruch. Und für allerbeste Unterhaltung war auch gesorgt, denn Wolle bereicherte nach längerer BSG-Abstinenz das Fahrerfeld und wir kurvten also durch die Felder in den warmen Gasthof Thierbach. Der machte, in alter Verbundenheit nur für uns zwei Stunden früher auf. So geht Service! Und aus dem Glühwein wurde ein Glühweizengiro!

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Logbuch, 19. November: NachtCross!


…normalerweise ist nach Einbruch der Dunkelheit am Störmthaler See der Hund begraben. Bestenfalls irrlichtern ein paar Glühwürmchen auf den verschlungenen Pfaden am Seeufer, die sich dann als Stirnlampen der Joggergemeinde outen. Anders am 19. November! Robert Förster, seit einem Jahr Exprofi, hatte eine hübsche Idee: Am Störmthaler See sollte, erstmalig in deutschen Landen, im Dunkeln ein Querfeldeinrennen ausgetragen werden. Und was „Frösi“ und sein Team da auf die Beine gestellt hatten, konnte sich echt sehen lassen. Der Parcours hatte es in sich, die Tektonik des östlichen Seeufers wurde ausgereizt! Unten am Wasser gab es eine schöne Sandpassage dann den  Hang hoch und nach der Durchfahrt oben – vorbei am Glühweinausschank der Kräppelchen- und der Würstchenbude – in eine knackige Abfahrt! Das ganze „besonnt“ durch ein paar Flutlichtscheinwerfer und Leuchtballons und beim Eliterennen auch noch schön aufgeweicht durch den Regen, der das ganze Gelände zwei Stunden vorm Start des Nachtrennens komplett aufgeweicht hatte. Respekt an ALLE, die sich das gegeben haben und ein großes Dankeschön an das Organisationsteam! Hoffentlich gibt es 2017 ein Wiederholung. Der Anfang wurde gemacht und das perfekt!

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Logbuch, 4.November: Der Guinness-Giro hat es in den „Fahrstil“ geschafft…


guf…und ist mit der kleinen, feinen, traditionellen, nunmehr schon  fünften, Ausgabe des „GUINNESS-Giro“ der Blogsportgruppe auch im „Fahrstil“, dem „CICERO“ der Radfahrmagazine, präsent…das freut uns!

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Logbuch, 22. Oktober: Guinnessgiro No. Five! …den Unerschrockenen gehört die Welt…


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Start, Killiwilly 11:45Uhr

Bevor ich mich später (es gibt ja noch die langen Winterabende…) mal der Auswertung meiner zehntägigen Italy-Impressionen u.a. vom Vintage-Fahrradfasching in Gaiole widme, hat der nunmehr fünfte (!) Guinnessgiro Vorrang! Verglichen mit der Austragung im 2015er „Indian Summer“, waren die aktuellen Bedingungen alles andere als freundlich. Bei 7° und Nieselregen in den Sattel zu steigen, ist dann schon mal einen großen Zacken verschärfter! „Gefahren wird bei jedem Wetter“ – so hatte ich das in der Ausschreibung etwas übermütig formuliert. Na ja, diesen Punkt musste ich, nach einem deprimierenden Blick auf den Bindfadenregen am Sonnabendmorgen, erst mal kurz auf Realitätssinn checken… Aber was sollen rationale Argumente, wenn es um den Guinnessgiro geht! Da steht ein jährliches Highlight der Blogsportgruppe auf dem Terminplan, da wurde extra eine schicke Stickstoff Guinness Schankanlage im Zielbereich „Waldfrieden“ installiert, wurden Streckenpläne ersonnen, an der Ausrüstung getüftelt und ja, es wurde sicher auch an der Einen oder Anderen Ausrede gebastelt, um die Teilnahmeverweigerung plausibel zu machen. Forget it!! Schließlich – und nur das zählt – waren jene Protagonisten am Start, denen das Wetter und sonstiges Gedöns am Arsch vorbei gehen. Das erste Guinness des Tages gabs pünktlich 11:00 Uhr im Startlokal (Killiwilly). Wetter kann man sich auch schön trinken. Punkt. Die nachfolgenden Pints durften sich die Fahrer – nachdem gut 75km, mal mit, mal ohne Regen gefahren waren – selber zapfen.

Ja, wo gibts denn so was noch einmal? Also: BIGGEST GRATITUDE an Jörg, der nicht nur als Spender des herbstbraunen Edelstoffs, sondern auch als alljährlicher Mahner („…Gerald, wir müssen den Guinnessgiro vorbereiten…“) eine gewaltige Aktie daran hat, dass sich immer wieder eine Gruppe Auserwählter dieser außergewöhnlichen Ausfahrt anschließt. Und in diesem Jahr verzeichneten wir auch eine überregionale Teilnahme: Gunnar Fehlau (ich hätte jetzt fast geschrieben: bekannt aus Presse, Funk und Fernsehen… 😉 hatte gemeldet und fuhr nicht nur mit, sondern sorgte auch für eine recht flotte Fahrweise! Gunnar: schön, dass Du dabei warst! Am Ende verlustierte sich das geschundene Sixpack noch hübsch im Ziellokal, füllte die leergebrannten Akkus mit Erlesenem aus der Waldfrieden-Küche und setzte die unterwegs im Sattel begonnene Konversation über alles was sich dreht fort. Ein feiner Tag!

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Ziel, „Waldfrieden“ gg.15:00 Uhr

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Logbuch, 3. September: Toskana preview…im Muldental


BSG MuldentalIn drei Wochen schaue ich mir mal die Toskana an. Im Fokus des Interesses: „L Eroica“ in Gaiole. Die heutige Ausfahrt der Blogsportgruppe war da eine famose Einstimmung. Ein Sixpack durchtrainierter Cracks brach am frühen Vormittag in südliche Gefilde des Muldentals hinter Wechselburg auf. Weiterlesen

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Logbuch, 13. August: Tautendorf Bikémon go…


Am Rande der Blogsportsommerausfahrt fiel im Biergarten Kleinbothen der Satz: „…Pokémons können auf dem Rad nicht gejagt werden…“ (O-Ton justbiking) Gut. Das muss man erst mal so akzeptieren. Schließlich spricht hier der IT-Fachmann. Nach 110 wunderschönen Kilometern mit den Jungs hügelauf und hügelab durchs Muldental wieder im Sperrbezirk (04277) angekommen, wollte ich aber wissen, ob das wirklich so stehen bleiben kann Weiterlesen

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Logbuch, 30.Juli 2016: das Rochlitzsyndrom


Geithain Kaffeestopp Tanke-1Der Sommer zeigt sich momentan von seiner besten Seite. Die kleinen Schauer und Gewitter seien ihm verziehen, solang der Asphalt schön warm bleibt, ist jede Dusche eine Sommerdusche! Und nach einem überaus entspannten Aufenthalt an der Ostsee bin ich auch wieder gern in der heimischen Tiefebene und dem angeschlossenen mittelsächsischen Hügelrevier unterwegs. Keine Ahnung, ob es am Alter liegt oder einfach nur Bequemlichkeit ist, aber seit meiner Rückkehr von Fischland und Darß zieht es mich immer wieder magisch ins Muldental. Und immer wieder nach Rochlitz. Das Rochlitzsyndrom womöglich. Kürzlich las ich irgendwo, dass es sowas wie eine Routenphlegma gibt…Oh weh, ich hoffe das werde ich wieder los. Aber erstmal ist noch alles im grünen Bereich, denn ich grübel gerade über ein paar Sachsen-Anhalt-Kilometer nach, die ich im August noch unter die Reifen nehmen will. Die Querfurter-Platte und sowas. Außerdem finde ich das ganze Elstertal noch etwas unterbelichtet. Aber gut, zurück zu jetzt und heute. Der eigentliche Grund immer wieder ins Muldental zu kurbeln hat den Hintergrund, dass es dort doch ein paar Zielpunkte gibt, die das Herz des Pedaleurs höher schlagen lassen. Schließlich gehöre ich nicht mehr der Spezies jener Radsportler an, die alles über „schneller, höher, weiter“ definieren. Stattdessen liegt über meiner vielschichtigen Routenplanung immer die „Wohlfühlfolie“. Es muss ein Ziel definiert sein, was es sich anzusteuern lohnt – und wo auch belohnt wird. Das kann ein Rochlitzer Berg Aussichtspunkt-1wunderschöner Ausblick sein, der sich so unvermittelt am Rand des Asphalt ergibt. Oder ein Ort, der wundersame kulturgeschichtliche Überraschungen bereit hält. Natürlich gehören gastronomische Überraschungen dazu, die ich immer besonders fokussiere. Diese sind ja beispielsweise im Muldental nun leider nicht in wirklich großer Dichte vorhanden (Achtung: das ist ein ganz persönlicher Blick meinerseits, der potenzielle Neuentdeckungen, die von anderen Pedaleuren gemacht wurden, nicht berücksichtigt!) und bisher schnell an einer Hand abgezählt: Der Gasthof Tautendorf, das „Blümchen-Café“ an der Rochlitzer Burg, die vegane Eisdiele in Wechselburg, „Zschoches Eisdiele“ in Kössern und „Mr. Expresso“ am Rochlitzer Markt … mehr fällt mir schon nicht mehr ein. Alle anderen Destinationen sind dann doch eher Mainstream und unter der Rubrik „Schnelle Unterwegsversorgung“ einzuordnen. Also ein schnelles Zwischenpils im Biergarten mit dem klassischen Speisenangebot von Karli über Schnitzel bis Würzfleisch…27680678911_6d64c97e23_oAber der klassische Radfahrer möchte sich doch an einen guten Espresso oder ein kaltes Bier aus einer regionalen Brauerei, eine Bruschetta, ein Tiramisu oder dem vorgeschaltet eine wohlschmeckende Antipasta erinnern. Das ist am Rochlitzer Markt bei Michael Andreas (Mr. Expresso) kein Problem. Man sollte sich aber vorher auf der FB-Seite schlau machen, ob die mediterranen Zauberer auch wirklich geöffnet haben. Bei meinem letzten Besuch und auch heute, stand ich vor verschlossener Tür. Die Gründe waren immer einsichtig. Mal wurden im Dienst des Kunden kulinarische Exkursionen unternommen, heute war es ein Gastspiel beim Badfest, weswegen ich meinen Bruschettahunger mit einem Souflaki beim Griechen „OLYMPIA“ unweit des Rochlitzer Marktes kompensieren musste. Und: das war eine Entdeckung! Ein lauschiger Innenhof, eingerahmt von Rochlitzer Porphyr. Sehr schön und das kurz vor der Eröffnung der Olympiade 😉

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Logbuch, 24. April: Erfindergeist im „Immergrün“ II. Harry Tuinkers Gedenkausfahrt


Herzlich willkommen! Alle (fast alle) kennen Harry Tuinkers. Alle wissen um seine Allüren, seine Attitüden, seine Neigungen, Erfindungen betreffend – kennen seine Vorlieben, die Parzelle in der KGS „Immergrün“, die Mandy, die gartennachbarschaftliche Beziehung zu Paul Rinkowski, die schon als euphemistisch zu bezeichnende Bindung an den Frühjahrsklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich und abgeleitet davon,  die Liebe zum rauhen Geläuf, zur belgischen Härte!  Am vierundzwanzigsten April war es wieder so weit: Achtzig Velozipist*nnen sponnen den Legenden-Zwirn! Die Startspindel tröselte sich am „Immergrün“in Sellerhausen auf! Hernach ging’s rund 100 Kilometer über Sellerhausen, Pönitz, Ochelwitz, Mittelauch, Thallwitz, die „Teufelswand“ Hohburg, Lüptitz, Rothersdorf, Neuweißenborn, Albrechtshain retour! Wir haben unterwegs viel dazu gelernt! Dank an Gerard Rover, der uns an speziellen, dem Anlass gewidmeten

Haltepunkten, über Harrys Missionen aufklärte.  Missionen, die  immer im Kontext zu den bahnbrechenden Erfindungen des Zweigestirns ostzonalen Erfindergeistes standen: zu Paul Rinkowski dem Flachspeichenerfinder und Schlauchreifenbastler  und zum „Rahmengott“ Hans Kochlik, der 1967 für die Nationalmannschaft der Bahnfahrer als Mechaniker fungierte und mit seinen aerodynamisch optimierten Rahmen dafür gesorgt hat, dass die Täteretä bei den Bahnweltmeisterschaften 1977 in Venezuela fast sämtliche Disziplinen gewann. Alles nachzulesen in fahrstil nr. 4 (ein Heft, ein Goldstaub!)  Andächtig also pedalierten wir, die  vermeintlichen Nutznießer jener Erfindungen,  auf den verstaubten Pfaden von Harry, dem Gartennachbar und besten Freund von Paul, durch die Prärie des Parthelandes, über die Hügel des Burzelberggebirges (ein früheres Eldorado der werktätigen FDGB-Wintersportler!)  und durch die Ebenen der Leipziger Tieflandsbucht. Messerspeichen und handgenähte Schlauchreifen waren auf unserem Parcours eher nicht das Maß der Dinge!  Ich war jedenfalls mit meinen 33er Schlappen bei 3,5 bar gut unterwegs und habe die Strecke sehr genossen. Es war ja auch alles dabei, was sich ein „Harry Tuinkers-Pilot“ wünscht: epische, obstbaumbestandene Feldwege, knackige Anstiege, bröslige Pfade, Acker, Grasnarbe, gelegentlich Asphalt und ganz am Ende der Ausfahrt, der Besuch an Paul Rinkowskis  Grab!  Was für eine Dramaturgie! Bilder? Hier!

 

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Logbuch, 16. April: Gurkensalat!


Ich hänge hinterher. Der Gurkensalat vom 16ten April hat noch keine Erwähnung gefunden! Also: Ein Mix aus Mitgliedern der Blogsportgruppe und der „Radsportgruppe Roter Stern“ ging an den 200 Kilometer-Start in Lübben. Die Grenzen zwischen beiden Sportgruppen verschwimmen. So wie das begleitende Wetter auf der zweiten Halbzeit des 2016er Gurkenmarathons ein frischer Regenfilm war. Insgesamt aber ein klassischer Ausritt durch’s Gurkenland: flach, windig, manchmal hektisch, aber immer überschaubar, perfekte Buffets, immer wieder schön! Neu bei dieser Ausgabe: neben dem klassischen Zeltplatz in unmittelbarer Nähe zum Start/Ziel gibt es eine feste Unterkunft, die es zukünftig zu beachten gilt:

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Die Scheune !

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Perfect 🙂

Der Scheunenhof! Familie Schulz macht dort einen perfekten Job! 100% velokompatibel: das Rad steht quasi neben dem Bett…es gibt viele Biersorten zur Auswahl (Kasse des Vertrauens!) Bei Bedarf wird die Scheune mit Heizkanone aufgewärmt, oder unterm Vordach mit Heizstrahlern eine angenehme Partywärme erzeugt… Wurde von der Blogsportgruppe bereits für 2017 vorgebucht…Alle Bilder von diesem spritzigen Spreewaldwochenende gibts hier 🙂

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Logbuch, 14. April: zehn mal werden wir noch wach…


…heißa dann ist „Tuinkers Tach“. Als einfacher, angegrauter  Wasserträger macht man sich so seine Gedanken. Was führt Harry diesmal im Schilde? Was heißt denn das: „…wo eine Grasnarbe ist, ist ein Weg…“ Wo ist die angedeutete „Teufelswand“ zu verorten? Tausche ich die Strada Bianca – Schlappen doch eher gegen einen robusten, profilierten Reifen, um mich über den Parcours zu retten? Fragen über Fragen! Was ich vermute: Es wird voraussichtlich härter als bei der im Vorjahr ausgefahrenen Rounde „Leipzich-Braunsbedra-Leipzich“, der ersten Harry Tuinkers Gedächtnisausfahrt, die ich nach eilig gekippten Eierlikörs, oben an der Geiseltalsee-Jause, fluchtartig in Richtung Leipzig verlassen musste, um rechtzeitig im Zweitarbeitsverhältnis anzukommen. Dieses Jahr wird das anders. Ich habe alle Zeit der Welt, bin voll im Vorbereitungsmodus und ahne: Diesmal wird es brutal! Harry war nie ein Freund von Kindergurtstagen im Rennsattel! Hier die optimalen physischen und mentalen Tipps zur  Vorbereitung:

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Pflaster sind zum üben da!

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Grasnarben nicht geringschätzen…

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…über Reifenwechsel nachdenken!

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Buffets im Auge behalten…

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auf Hilfe vertrauen…

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Logbuch 10. April: mit den Radidags nach Tautendorf


…als Cancellara bei Paris-Roubaix zu Boden ging, löffelten wir gerade  unseren Kesselgulasch bei Fam. Bittner im „Gasthof Tautendorf“. Das resümiere ich jetzt, von der wunderschönen Ausfahrt zurück, die am Morgen dieses Sonntags um 09:30Uhr mit dem traditionellen Bohnenkaffee ihren Anfang nahm. Sieben Fahrer*nnen am Start! Natürlich Connservewaren auch die RADIDAGS am Start – wir waren also eigentlich Zehn ! Ein frischer Ostwind und gefühlte 5°C spornten zum  zügigen Pedalieren an. Die Radidags unterhielten sich derweil in ihrem Transportcontainer … Um die Verbundenheit mit der „Hölle des Nordens“ wenigstens symbolisch zu markieren, hat Einlader Jörg den Parcours ein paar hundert Meter über das Pflaster in Holzhausen geführt. Aber mal ehrlich: das ist Kindergeburtstagspflaster! (Parallel zu unserer Blogsportausfahrt fand ja auch die „Hölle des Ostens“ über 190km statt. Dort war wirklich Pflaster angesagt, das legendäre Anhaltische Schlackepflaster brutalster Art! ) Aber gut, wir wollten genüßlich Tautendorf_2016IMG_9121unterwegs sein und uns nicht schinden… Auf bekannten Wegen / Straßen eilte das Peloton via Kössern – Sermuth – Zschdraß – Skoplau – Bockelwitz zum Buffet bei Bittner’s. Flugs wurden im Gasthof Tautendorf die durchgeschwitzten Klamotten über die Heizkörper geworfen, erst mal ein Weizen bestellt und dazu der Kesselgulasch geordert. Das mit dem Live-Stream zur „Königin der Klassiker“ klappte dann doch nicht so richtig, obwohl Laptop und Beamer bereit standen – das war aber auch egal! Konnte ja später auf den Tautendorf_2016IMG_0002bekannten Kanälen at home „nachbetrachtet“ werden. Wir hatten jedenfalls sportliche 107 Kilometer auf der Uhr und heimwärts auch noch perfekten Schiebewind! Als kurz nach Großbuch auch noch Sonnenschein aufkam, potenzierte sich die Vorfreude auf ein leckeres, kühles „Zwönitzer IPA“ am „Lazy Dog“, wo ein Teil der am Morgen aufgebrochenen Blogsportgruppe noch entspannt in der Nachmittagssonne relaxte. Alles richtig gemacht! Nächstes Wochenende dann: der Gurkenmarathon im Spreewald über die Distanz von 200km… Also zweimal Tautendorf (ohne Höhenmeter!) Bis denne 🙂 Ein paar Impressionen der Ausfahrt:

 

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Logbuch, 8. April: Das Team Fausto Coppi lernt Leipzig kennen: Düker-Rounde!


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Düker-Rounde!

Elsterflutbett, späte Nachmittagsstunde, tief stehende Sonne. Das am Vorabend aus Belgien eingeflogene Team „Fausto Coppi“ nimmt am noch relativ unbekannten Rennen um den „Störtebeker Atlantik-Ale-Preis“ teil. Austragungsort des teils flachen, aber auch mit knackigen Anstiegen gespickten Frühjahrsklassikers ist das Ostufer des Elsterflutbettes in Höhe der am anderen Ufer liegenden größten Leipziger Kleingartenanlage „An der Dammstraße e.V.“ Die Siedler dort ahnen nicht, was sich an den Hängen des Dükers (eine kanalisierte Wasser-Verbindung zu den Fließsystemen des Auwaldes)  und vor der Kulisse des auf dem Deich führenden Rad- und Fußweges so  abspielt. Gnadenlos wird dort der Störtebeker-Ale-Preis ausgefahren, werden Schikanen, die neumodische Fatbiker in den Weg stellen, genommen und es wird dem Sonnenuntergang entgegengefahren. Was für eine Dramatik…

(in loser Folge wird das „Team Faust Coppi“ bei  weiteren radsportlichen Eroberungen in der Leipziger Tieflandsbucht beobachtet – dran bleiben!)

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Logbuch, Ostern: …die Orte 112 / 113 / 114 die man auch gesehen haben muss


 

BuchtitelWo nun gerade in diesem Jahr unsere unendliche Sehnsucht nach dem Frühjahr wurzelt ist mir nicht ganz klar. Winter hat erneut nicht stattgefunden, die Tage waren – verglichen mit dem Vorjahr – nicht länger und auch nicht kürzer. Es gibt nur eine Erklärung: die Wintertage 2015/16 entsprachen erneut nicht dem Winterklischee. Es fehlten die knackigen hellen, sonnigen Frosttage, es fehlte der Schnee! Demzufolge fehlten Kontrapunkte in unserer Wetterfühlig- und Empfindlichkeit. Unsere Seelen empfanden nur einen melancholischen grauen Brei. Deswegen diese Sehnsucht! Dann, pünktlich vor den in diesem Jahr sehr früh verordneten Ostertagen, kommt Euphorie auf. Die Wetterstationen sprechen noch in der Karwoche von Helligkeit, von zweistelligen Temperaturen, gar von Sommer! Und natürlich kommt es doch wieder anders. Der Gründonnerstag wird der Prognose noch ein klein wenig gerecht, aber was den Karfreitag betrifft: ein komplettes Desaster. Gut, dass ich schon länger einen Plan B im Ärmel hatte: diesmal nicht auf zwei, sondern auf vier Reifen geht es auf eine Sachsenrunde! Keines meiner Ziele steht in Oliver Schröters „111 ORTE IN SACHSEN DIE MAN GESEHEN HABEN MUSS“ (ein Kompendium was ich sehr schätze und mich öfter beim Planen von Touren beeinflusst hat). Meine Anregungen an die geneigte Leserschaft: Entdecken sie eine Waldschänke mit außergewöhnlichem Flair am Zwickauer Waldpark (Nr. 112), besuchen sie die älteste Naturaliensammlung Deutschlands in Waldenburg (Nr. 113) und lassen sie sich auf Burg Gnandstein (Nr.114) einen Kaffee schmecken. Alle drei Orte sind vortrefflich, auch ohne die Autobahnen 4 und 72 zu benutzen, auf kurvigen und hügeligen Kreis- und Bundesstraßen miteinander verbunden. Ja, es macht sogar richtig Spaß Teile des hügeligen Erzgebirgsvorland derart zu erfahren und hübsche Ausblicke ins Sächsische zu genießen. Außerdem würde man Orte wie Königswalde, Remse, Kertzsch und Jückelberg gar nicht wahrnehmen. Jetzt zu meinem „Dreier“.

Erste Station: Meigl Hoffmann, Leipziger Szene-Bestandteil, hat zu Beginn des Jahres mit seinem Compagnon die Traditionsgaststätte „Waldschänke“ am waldreichen nordwestlichen Rand von Zwickau erworben. Das Lokal wird seitdem positiv transformiert! In der DNA dieses Traditionsortes wurden verschiedene Art-déco-Gene diagnostiziert, die jetzt in einem horizontalen Tansfer wieder an die greifbare Oberfläche dieser wunderschönen Schänke kommen. Zudem flankieren zwei „mitgebrachte“ Leipziger Spitzenköche diese Lokalität mit einer ausgesucht gutbürgerlichen Speisekarte. Mein Tipp: das Hubertusschnitzel mit Senf-Meerrettich-Panade … ein Gaumentraum! Auch das Frühstück (ja, es gibt Fremdenzimmer!) ist von ausgesuchter Traditionalität und Fülle! Und natürlich ist der Service von sächsischer Herzlichkeit geprägt! Gestärkt kann das nächste Ziel anvisiert werden: Das Naturalienkabinett Waldenburg, vis a vis dem Schloss Waldenburg umgeben von dem wunderschönen Schlosspark, angelegt vom Gärtner und Botaniker Otto Ferdinand Terscheck (1817-1868).

Allerdings: beim Anblick einiger Exponate der durchaus skurrilen Sammlung des Naturalienkabinetts würgte das opulente Waldschänken-Frühstück im Hals: Kälber, geboren mit zwei Köpfen, diverse missgebildete Feten in Spiritus… Daneben, versöhnlich, viele seltsame Figurinen, Präparate, kuriose Sammelstücke, astronomische und physikalische Gerätschaften aus den fürstlichen Raritätenkammern des 17. Und 18. Jahrhunderts.  Fisch-, Reptilien-, Vogel-, Mineralien- und  Säugetiersammlungen, alle Exponate in wunderschönen Vitrinen aufgestellt, die in drei hintereinander angeordneten Räumen ihren Platz finden. An der Präsentation hat sich bis heute nichts geändert! Untergebracht ist das alles in dem 1844 extra dafür errichteten Museumsgebäude, Lichtjahre entfernt von heutiger Museumsdidaktik. Natürlich kein digitaler Schnickschnack, keine anbiedernden populärwissenschaftlichen Erklärungen und Verknappungen! Hier ist noch jedes Exponat auf einem kleinen Kartonschild beschrieben. Beispielsweise so: „Ein unbekannter indianischer Götze aus einer ausländischen Wurzel geschnitten“. Oder: „Metallifossores, in vitro quadrangulari artificiose indusi: Bergleute, die im Bergwerk arbeiten, künstlich in einem Glas eingeschlossen“. Jedem, der sich mal in Waldenburg befindet, sei dieses kleine „Museum im Museum“ wärmstens empfohlen.

Weiter geht es auf kurviger Landstraße entlang der Zwickauer Mulde in Richtung Penig. Burg Gnandstein ist das letzte Ziel meines Sachsen-Dreiers. Um dorthin zu gelangen, muss man rechtzeitig die B95 (spätestens in Pflugk!) verlassen und nach der Passage des „Schwind Pavillons“ in Rüdigsdorf der Ausschilderung folgen. Die Burg liegt nach einem hübschen up and down, dem die schmale Kreisstraße 7940 folgt, plötzlich vor mir. Was dann auch gleich auffällt: die malerische Lage und die flankierenden gastronomischen Erlebnisbereiche multiplizieren die Ausflüglerscharen! Zudem scheint Burg Gnandstein ein Ort der Wallfahrt für Schwert schwingende Mittelalterfreaks zu sein. Die laufen mir da am Ostersonnabend in allen Generationen über den Weg. Das ist nicht so mein Ding und ich bin froh, dass mich nur knapp 40 Kilometer vom Rand der Leipziger Tieflandsbucht und der Heimat Connewitz trennen.

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Logbuch, 11. Februar: erste Bärlauchrunde!


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…an der kleinen Luppe

Aprilwetter im Februar …. und einen Tag frei. Also die dicken Reifen genommen und raus in die fast frühlingshafte Pampa. Auf dem Weg zu den Trails der „Waldspitze“ unterhalb der Kippe, östlich vom Rollhockeystadion fängt es an zu schütten 😦 Da bin ich gerade an der „Waldluft“. Das Lokal ist geöffnet und ich warte den Schauer bei einem kühlen Pils ab. 0,4 Liter später: blauer Himmel! Weiter! Immer mal ein Fotostopp, wenns besonders schlammig wird. Und was entdecke ich: den ersten Bärlauch in diesem Jahr! Möglich, dass es mit dem Winter doch so gut wie vorbei ist? Oder kommt da noch was? Aber, das ist eigentlich ziemlich egal. Mit meinem „dicken Gustav“ ist überall ein Durchkommen – auch im Tiefschnee 🙂 Und heute machte es mal wieder unendlich Spaß, sich genüßlich durch den Schlamm zu wühlen! Ach was gibt es für schöne Wege links und rechts der Luppe! und auch das Connewitzer Holz ist trailmäßig noch lange nicht ausgereizt. Aber dazu gibt es mal einen gesonderten Beitrag! Hier erst mal noch ein paar Pics von der Bärlauchrunde:

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Logbuch, 7. Februar / Kulturlandschaft 2.0


„Nicht in die ferne Zeit verlier Dich!
Den Augenblick ergreife! Der ist Dein!“

(F. Schiller)

Gestern noch auf dicken Reifen im Revier unterwegs, zog es mich heute erneut hinaus! Diesmal auf schmaleren Pneus. Gewählt wurde der Challenge Strada Bianca in der 30er geyersberg-cross002Dimension. Der rollt sanft und akzeptiert auch mal einen kleinen Schlenker ins Gelände. So schön das Wetter, so verlockend das Licht. Die etwas größere Kamera war im Rucksack. Also Kulturrunde! Erster Anlaufpunkt: Kahnsdorf. Dorthin kommt man sehr komfortabel über die asphaltierten Wirtschaftswege unterhalb der Kippe Witznitz (Westsächsische Verwertungsgesellschaft mbH), entlang eines Bahngleises und biegt, nach einer Parallelpassage am Störmthaler See, westlich nach Espenhain ab. Auf dem Birnenweg wird der Hainer See angepeilt. Mitten in der Landschaft taucht ein Brückenbauwerk auf. Das steht da schon mal prophylaktisch als „Querungshilfe“ für die geplante Fortsetzung der A 72. In absehbarer Zeit wird sich im Revier einiges verändern! Das 72er-Betonband schneidet dann durch die Felder, die jetzt noch so unschuldig und in unendlicher Weite da liegen… Aber noch herrscht tiefer Frieden und die Kahnsdorfer Kirchturmspitze gibt als Landmarke den Parcours vor. Neuerdings gibt es ja das schöne Asphaltband zwischen dem Hainer und dem Kahnsdorfer See auf dem man entspannt in „Upper Kahnsdorf-Beachtown“, der sogenannten „Blauen Lagune“ ankommt. Eine zum großen Teil häßliche, dicht gedrängte Ansiedlung von Hypotheken belasteten Stadthäusern, die (in der ersten Reihe) wenigstens einen Terrassen-Tisch breiten Zugang zum Wasser haben. Inzwischen entsteht die zweite Reihe Häuser für jene Häuslebauer, die nicht genug Kohle für ein „Seegrundstück“ übrig hatten. Irgendwann wird man aus der Seeperspektive den Ort Kahnsdorf gar nicht mehr ausmachen können. Schade! Allerdings gibt es einen klitzekleinen Lichtblick: das Gut Kahnsdorf wurde gottlob aus den Bebauungsplänen herausgehalten.

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Teilansicht Gut Kahnsdorf

Immerhin war der Freigeist Friedrich Schiller dort vor Monden (anno 1784) unterwegs. Der Ort war wohl maßgeblich auch der Ort, wo sich die Männerfreundschft Schiller/Körner manifestierte. Schiller muss unendlich dankbar gewesen sein, dass Körner die Schillerskripts (u.a. Kabale und Liebe!) in einer Gesamtausgabe herausgebracht hat. Im „Schillercafé“ darf man heuer noch ein bisschen in die Geschichte eintauchen. Es gibt guten Kaffee und Fettbemmchen (beides auch zum Mitnehmen in den übersichtlichen, kleinen Park rund ums Anwesen). Hab dort noch etwas rumgeknipst und eilte dann weiter via Eula nach Thierbach. Am Streckenrand häufen sich die Zeugnisse einer ganz anderen Kulturlandschaft: Braunkohlenveredelung, verfallene Chemiebuden, dazwischen Dörfer, die sich postwendial als Siedlungsgrundstücke – geschuldet dem preiswerten Bauland – augenscheinlich nicht von ähnlichen stadtnahen Dörfern in Niedersachsen, NRW und Hessen unterscheiden. Schnell weiter!  Am Ortseingang Thierbach, gleich hinter dem Sportplatz, ein Gebäudekomplex, den ich mir Thierbach_Schillercafe78schon immer mal als Fotomotiv vorgemerkt hatte: das ehemalige Arbeiterwohnheim des ehemaligen BKW (VEB Braunkohlewerk Espenhain). Ein schlichter Zweckbau aus den 50ern. Wie ich so die Linse ausrichte, überfällt mich ein Déjà-vu: Was hat sich hier, hinter der Fassade, geziert von den gekreuzten „Schlägel und Eisen“, abgespielt? Leben, Familie, Liebe, Geborgenheit! Gleich um die Ecke der „Gasthof Thierbach“ – eine der wichtigsten Destinationen im sächsischen Radsportkalender, südlich der Messemetropole! Dort waren wohl auch die Bewohner des Arbeiterwohnheims Stammgäste. Das wurde mir heute von Einheimischen bestätigt. Wo sind die ehemaligen Bewohner wohl hin? In ein anderes Arbeiterwohnheim im Westen? Rübergemacht? Jedenfalls gibt es keine zeitnahe Option, was die Reviatilasierung des Gebäudes betrifft. Gleich dahinter dümpelt das Thierbacher Herrenhaus vor sich hin… Aber das ist mal einen anderen Report wert. Bilderbogen zum Beitrag:

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Logbuch, 6. Februar / Thierbach 5.0


Bildschirmfoto 2016-02-06 um 19.31.46Die Blogsportgruppe verharrt nicht im Winterschlaf! Vor gerade mal zwei Wochen kämpfte sich ein Sextett durch den Pappschnee beim „Manöver Schneeflocke“ zur „Domholzschänke“ und nun wird bei frühlingshaften Temperaturen ein Angriff auf den Gasthof Thierbach zelebriert! Schlamm statt Pappschnee: Special Parcours 5.0 auf der nach oben offenen Streckenskala. Am Start: Thommes (nach fünfmonatiger Radpause!) Hans (durchtrainierter Allrounder) Bernd (Tretvieh und versierter Geländesportler) Herr Ritzel (bei der letzten RADALE gerade mal so über die Runden gekommen). Im Quartett nehmen wir also Thierbach ins Visier. Dicke Reifen sind Pflicht, denn es ist größtmögliche Asphaltverweigerung angesagt. Es wird fast(!) alles mitgenommen, was sich an Gelände bietet: die Trails am Ostufer des Störmthaler Sees, das Oberholz (komplette Fango-Packung!!!) später die Halde Trages mit Team Kopie.jpgWildschwein- und Trampelpfaden. Dazwischen wird traditionell im Gasthof Thierbach gestoppt. Omelett, Milchkaffee, Kuchenteller, Weizen. Thommes und Ritzel genießen danach eine Kippe. Dann gehts hoch auf die Halde zum Erzgebirgsblick. Wir stellen unisono fest, dass der Blick in Richtung Fichtel- und Auerberg mal wieder freigeschnitten werden sollte! Dann die rauschende Abfahrt runter nach Espenhain… Auch rückwärts -bloß kein Mainstream-  sind wieder sämtliche abseitigen „Streckenregister“ ausgereizt. Sehr speziell eine Fango-Strecke parallel zur B2 -dort wo künftig mal die Rad- und Fußwegbrücke über die Bundesstraße führen soll. Final gibts in Connewitz noch ’ne Räderdusche beim Blogsportgruppenvorsitzenden 😉 War ein schöner, vorgezogener, Frühlingstag! Bilderbogen:

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Logbuch, 28. Januar: überwintern!


SAMSUNG CSCAus dem letzten Jahr (und auch aus den Vorjahren!) schleppe ich diverse Überlebensstrategien mit mir rum: Wie kann, wenigstens im minimalen, unaufwendigen Bereich, eine gewisse Fitness über den Winter gerettet werden? Rolle fahren (früher war das die Wahl…) scheidet schon mal aus: Zu eintönig und nach 30′ wurde die Luft im Arbeitszimmer dermaßen dick, weil das Arbeitszimmer zu klein…nee, das geht gar nicht. Diverse Fitnessbuden wurden in der Vergangenheit auch probiert…da fehlte mir letztlich sehr oft die Motivation (auch wenn der Monatsbeitrag weiter abgebucht wurde) Also: gestrichen! Cross-Läufe sind noch eine gute Alternative. Das hatte ich vor drei Jahren schon mal begonnen. Und das funktioniert auch. Die Crossschlappen sind schnell am Fuß und obenrum brauchts auch nur das Zeuchs, was sich ohnehin im Radklamottenschrank tummelt. Aber ich als Jogger! Was für ein grausiges Bild. In der Selbstwahrnehmung bewege ich mich durch den Wald wie eine motorische Störung…(also geht das nur in dunkler Nacht 😉 Kurz und gut: Was mir wirklich – auch in in gestresstesten Lebenslagen – immer wieder gelingt, ist aufs Rad zu steigen! Da erkenne ich: das ist einzig mein Metier! Und seit 3 Monaten gelingt es mir, mit ganz wenigen Ausnahmen, fast täglich eines meiner verschiedenen Räder zu besteigen (und zu fahren :-))  – abgesehen vom täglichen Ritt ins Büro! – aber das ist ja Pflichtübung.

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Kürzlich habe ich mir noch ein „Nischen-Bike“ zugelegt. Das Fattie 3.0 🙂 Da gibt es nun gar keine Ausrede mehr. Das Ding rollt im Tiefschnee, im Schlamm und überhaupt dort, wo ich bisher mit dem Crosser nicht durch kam. Also ein alternatives Spielzeug! Meinen Fuhrpark derart zu bereichern, hatte ich vor Jahren noch strikt abgelehnt. Ein Fattie in meinem Alter – niemals – ! Aber: das Leben ist ein kurzes und die Möglichkeiten sich auszuprobieren schwinden zunehmends… oder nehmen zu? Das ist wohl Anssichtssache. Wir sehen uns also demnächst in den Schlammlachen des Lebens?

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Logbuch, 31.12.15 … Plansilvester + volle Lotte nach 2016!


Lotte_2016Der heutige Hinweis von MzJens auf meinen vernachlässigten Blog – ausgesprochen zwischen zwei Gangwechseln auf dem Asphalt des Lebens – hat mich betroffen gemacht. In der Tat, der letzte Eintrag datiert vom 31. Oktober, dem 4. Internationalen Guinness-Giro! Nun, ich gelobe Besserung und fange damit noch im alten Jahr an… Retro: die Radsportgruppe Roter Stern trifft sich also Silvester 11:00 Uhr im Sperrbezirk, 12h vor dem absoluten und unsinnigen Versammlungsverbot, zur traditionellen Plansilvesterausfahrt. 13 MÄNNER am Start! Da liegt es nahe, dass ich Lotte, stellvertretend für alle Mädels, die sonst mit am Start sind als Platzhalter eingebaut habe (siehe oben). Neben dem Stammkader sind auch einige Sympathisanten dabei, die ich bisher noch nicht im erlesenen Peloton der Sternenfahrer wahrgenommen habe. Bei Sonnenschein und 4°C pedaliert das Dutzend+1 dem avisierten Umkehrpunkt der 50 Kilometer Plansilvesterausfahrt, dem „Gasthof Thierbach“ entgegen. Diese, in jedem Radsportkalender fest eingetragene Destination der Entspannung, hielt – exklusiv  für die Sternenfahrer – seine Tore geöffnet und kredenzt Glühwein, Bier etc. Nach dem obligaten Gruppenfoto unterm Torbogen eilten die Teilnehmer, beschwingt von den eingenommenen Flüssigkeiten und  vom Südostwind beflügelt zurück in den Sperrbezirk 04277. Nur ein kurzer Zwischenstopp bei Störmthal, oberhalb des einst kontaminierten und seit Jahren frisch gefluteten Restlochs,  konnte das Peloton noch einmal für ein finales Finisher-Foto aufhalten:

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Allen Freundinnen und Freunden des AUSFALLENDES wünsche ich einen guten Sprung ins kommende Jahr! Bleibt gesund und immer entspannt – es lohnt sich!
Alle Bilder der Plansilvesterausfahrt können hier geladen werden. Wir sehen uns 2016 auf dem Asphalt des Lebens!

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Logbuch, 31.Oktober 2015: 4.Internationaler Guinness-Giro


Was für einen wunderschönen Tag hatte sich Organisator Jörg für diesen, nunmehr schon 4. Internationalen Guinness-Giro, ausgesucht. Azzurblauer Himmel und die Natur im milden Indian Summer Light. Bessere Voraussetzungen konnte es für den Giro nicht geben. Mit Wehmut dachte ich in der Startstunde des zeitigen Vormittags daran, wie die Protagonisten sich im Killiwilly den Schaum von den Lippen wischen und hernach gut aufgehopft in den Sattel steigen. Ich indessen löste ein Beutelchen Aspirin-Complex in meinem Frühstückstee und verfiel einer leichten Depression. Aber was solls – die Rüsselseuche und ein dicker Hals beamten mich eher aufs Sofa, denn auf den mit wunderbaren Guinnessharfen markierten Parcours in Richtung Tautendorf. Shit happens! Immer mal vibrierte mein Phone und signalisierte euphorische Posts von unterwegs, garniert mit hübschen Bildchen kerngesunder Radsportler auf der sonnenüberfluteten Wiese hinterm Gasthof und am Grill. Sicher war Lachs und Rentier im Angebot? Auf jeden Fall aber GUINNESS!

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Logbuch, 3.Oktober: Männer die auf Ziegen starren


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In herbstlicher Frische startete das Six-Pack: Jörg, Hans, Wolle, Hannes, René, myself via Cospuden-Zitzschen-Groitzsch-Zeitz-Salsitz nach Schleckweda um auf dem „Ziegenhof“ nach den Ziegen zu sehen. Ziegen sahen und rochen wir nicht, aber schmecken ging. Das betraf den Ziegenkäse auf dem Brotzeitteller. Nach einem start up Federweißer konnte die erste Rast mit zwei Flaschen Silvaner hübsch abgerundet werden… Ob der aufkommenden Plusgrade jenseits der zwanzig Grad und beflügelt von den Oechslen des Silvaner, geriet die Rückfahrt etwas flotter. Aber ein Innehalten war noch angesagt: Die Neuseenmühle in Benndorf kurz hinter Lucka. Ein Neuzugang was die gastronomischen Destinationen in der südlichen Halbwüste betrifft. Entspannter Tischdienst, frisches Krostitzer vom Faß, rustikales Ambiente. Perfekt und nun in den veloaffinen Gastronomitäten-Kalender aufgenommen. Am Ende standen mit diesem kleinen Schlenker 125 km zu Buche.

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Logbuch, 2.Oktober: Herbert dreht frei…


Als ich erfuhr, dass Helmer Boelsen, einer der großen Chronisten des deutschen Radsports, am 30. September verstorben ist, blätterte ich in seinem 2007 bei CAVADONGA erschienen Band „Die Geschichte der Radweltmeisterschaften“- eines meiner Lieblingsbücher in Sachen Radsportgeschichte. Dort lese ich in von der einzigen jemals in Ungarn stattgefundenen Radweltmeisterschaft 1928. Damals wird der Leipziger Herbert Nebe mit einem Rückstand von 17:33 auf den Sieger, den Belgier Georges Ronsse, Zweiter. So einen gewaltigen Vorsprung hat bisher noch kein weiterer Profi bei einer WM rausgefahren. Das Rennen, so lese ich, war brutal. 35° im Schatten, fünf Zentimeter Staub auf den schlechten Straßen in der Puszta. „Feldwege und graue Dörfer fast ohne Menschen, nur Gänse, Hühner und Pferde…“ Ein 1925 gegründeter „Industriering für den Berufsrennsport“ (IBUS) mit dessen Vorsitzenden Fritz v. Opel überzeugte wenige Tage vor dem Start die Belgier mit Torpedo-Freiläufen zu fahren. Damit sollte der belgische Markt erschlossen werden. Herbert Nebe besorgte sich hingegen ein passables Rotax-Hinterrad für seinen Diamant-Renner und ging damit zur „Plombierung“. Er hatte keine Möglichkeit gesonderte Materialverträge auszuhandeln – stattdessen war Jules Van Hevel, der sich im Rennen an der Seite von Ronsse kaputt fuhr auf Kosten von Opel nach Budapest gereist. Van Hevel, 11 Jahre älter als Ronsse, hielt sich immerhin über die Hälfte des 192km langen Rennens an der Seite des späteren Siegers und kämpfte wie ein Löwe. Doch Reifenschaden und ein schmerzhafter Kontakt mit einer Kuhherde ließen ihn aufgeben. Das alles spielte sich an der Spitze des Rennens ab, nachdem bereits ein komfortabler Vorsprung von 23 Minuten herausgefahren war. Unglaublich aber nicht verwunderlich, denn der Titelverteidiger Alfredo Binda belauerte seinen Spinnenfeind Girardengo und beide vertrödelten das Rennen. Später wird gemunkelt Ronsse und Spezi Van Hevel wären im Begleitfahrzeug der Firma Opel ein Stück „mitgefahren“. image

Das wäre sicher auch ein Indiz für den komfortablen Vorsprung. Zurück zur Materialfrage. Bei der Plombierung ereiferte sich Schlegelmilch, der Prokurist von Fichtel und Sachs, gegenüber Nebe, was ihm einfiel ein Rotax Hinterrad zu fahren. Nebe beharrte auf seiner Wahl, lenkte aber ein auf Torpedo umsteigen zu wollen, wenn er bei einer Platzierung 7000 Mark bekommt und absteigend 10% bis Platz 10. Gleiches sollte für Bruno Wolke seinen Begleiter gelten. Doch dem wurden von Schlegelmilch nur 3000 Mark „bewilligt“. Daraufhin schmiss Nebe dem Prokuristen die Torpedo-Laufräder vor die Füße. Während des Rennens des Rennens kam es zu unschönen Szenen. Fritz von Opel „mobbte“ Herbert Nebe und bedrohte ihn, falls er mit dem „falschen Material“ weiterfahre mit Konsequenzen. Bei Nebe steigerte das nur die Wut und als er bei der ersten Kontrolle am Kilometer 93 erfuhr, dass Ronsse und Van Hevel 23 Minuten Vorsprung rausgefahren hatten, griff Nebe an. In der Form seines Lebens zerpflückte er das Feld in kleine Grüppchen und verringerte den Abstand, den angeschlagenen Bruno Wolke im Schlepptau auf 17:33 zum Sieger. Im Ziel wurden Nebe und Wolke keines Dankes gewürdigt. Nebe konstatiert: „…Meinen Chef Lange und seinen Manager Gustav Nagel habe ich nach dem Rennen nicht wieder gesehen. Ich bezahlte am nächsten Morgen meine Zeche und bin grußlos heimgefahren von Budapest nach Dresden, dann im Bummelzug nach Leipzig, schließlich mit der Straßenbahn nach Leipzig – Stötteritz. Ende einer Weltneisterschaft…“ Wegen der Materialstreitigkeiten wurde Nebes Vertrag bei Diamant Anfang 1929 nicht verlängert; später erhielt er nach einem Prozess eine Abfindung.  (zit. nach: „Die Geschichte der Radweltmeisterschaften“ H. Boelsen, Covadonga 2007 und Wikipedia)

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Logbuch, September: zwischen Connewitz und Lindenauer Hafen


imageGrafittos geben Auskunft über ein momentanes Lebensgefühl oder kommentieren Zustände. Sie sind überall, mal augenzwinkernd, mal philosophisch, oft überraschend. Auf meinen Parcours durch die Stadtteile stehen sie wie Schifffahrtszeichen auf Mauern, an Giebeln auf Glas und Beton.

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Logbuch, 20. September: Saalepotpourrie!


AnhaltEigentlich wollte ich mal wieder an die Schleuse Oeblitz radeln und von dort über die Henne und Freyburg zurück. Doch schon in Weißenfels musste ich meinen bangen Blick immer mal wieder auf die Wetter-App richten. Das sah zunächst gut, doch zunehmend weniger lustig aus. Als sich im Regenradar dann auch noch fette dunkelblaue Flecken dem beschaulichen Saaletal nährten, wählte ich doch lieber den Rückenwind in Richtung Leipzig. War erst am Vortag einige Kilometer im heftigen Regen geradelt. Das braucht man nicht ständig. Das es auch diesmal klappt, wusste ich bis dahin noch nicht. Was ich ebenfalls nicht wusste, war, dass ich heuer mal wieder dem Weindorf Kriechau einen Besuch abstatte. Das hatte ich einzig der Tatsache zu verdanken, dass mich eine Umleitung in Weißenfels auf die andere Saaleseite verschlug. Saalaufwärts offenbarte sich der Saaleradweg in Richtung Kleinkorbetha im besten, teilweise frisch asphaltierten Zustand! In der Euphorie vergaß ich kurzzeitig, dass ich mich eigentlich auf der Flucht befand. Auf der Flucht vor einer gigantisch schwarzen Wolkenwand, die auch vom Rückenwind partizipierte…Trotzdem musste ich wieder und wieder einen Fotostopp einlegen – mal war es „Hoffmanns Hofcafé“ mal die Wehrkirche in Schkortleben und später, schon kurz vor Lausen, ein Sonnenblumenfeld. Die „Bummelei“ rächte sich und die letzten fünzehn Kilometer waren eine reine Unterwasserfahrt. Die Wand hat sich mit einem Schlag entladen…Bis zum Schluss also kurzweilige 85 Kilometer 🙂

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Logbuch, 15. August: Rotwein unterm Albertturm


Sicher die schönste Radtouristikfahrt in Sachsen. Und das mit dem historischen Augenzwinkern bringt einfach eine hübsche Gelassenheit ins Spiel, resp. aufs Rad. Nichts muss alles kann. Eine noble Einstellung der Veranstalter. Merci an alle vor und hinter den Kulissen. Ein Buffet wie auf dem Collm sieht man natürlich bei anderen RTFs nicht. Hallzig Express: twelve Points!

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Logbuch, 7. August: Geschichten aus der Murkelei – Tannenfeld, Klinik für Gemütskrankheiten –


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Liegehalle im Schlosspark Tannenfeld

Schon mal was von Rudolf Ditzen (1893-1947) gehört? Ein Alkoholiker, Morphinist und Kartoffelpflanzensachverständiger, der später unter dem Pseudonym Hans Fallada etliche Romane, Geschichten, Märchen (u.a. „Geschichten aus der Murkelei – das haben ja alle in Kindertagen gelesen…) und etliches an Unterhaltungsliteratur zu Wege brachte. 1911 beschliesst Rudolf Ditzen gerade Gymnasiast am Gymnasium Fridericianum in Rudolstadt mit seinem Kumpel Hanns Dietrich von Necker einen als Duell getarnten Doppelsuizid zu begehen. Beim Schusswechsel stirbt Necker, Ditzen überlebt schwer verletzt, wird wegen Totschlags angeklagt und in die Klinik für Gemütskrankheiten in Tannenfeld eingeliefert. Alles sehr schön in einem Spiegel-Artikel von 1963 nachzulesen. Über jene Klinik Tannenfeld hörte ich kürzlich beim Morgenkaffee im Frisör-Radio. Und da war ganz schnell der Plan gefasst, dort mal hinzuradeln. Fix gegoogelt und festgestellt, dass es von Connewitz dorthin gerade mal 60+km sind. Die Strecke ist kurzweilig, führt über Ramsdorf ins Thüringische durch Rositz, Unterlödla, Gödern, Romschütz, Wildenbörten, Großstechau und Löbichau nach Tannenfeld. Aber

Achtung: der Schlosspark samt klassizistischem Schlösschen und den vor sich hin verfallenden Klinikgebäuden wird gut versteckt – keinerlei direkte Ausschilderung! Dafür sind die Hinweise zum Landgasthof Löbichau recht zahlreich. Dem widmete ich mich dann auch ausgiebig, nachdem ich das verwunschene Klinikgelände mit der Kamera rekognosziert hatte. Hernach fiel es mir – auch angesichts der hochsommerlichen Temperaturen – schwer, den ganzen Heimweg zu pedalieren. Aber die 12km vom Landgasthof bis Schmölln, wo am zeitigen Abend ein Zug nach Connewitz via Altenburg verkehrt, habe ich dennoch geschafft. Und auf dem lauschigen Sprottetalradweg wurden Speis und Trank wenigstens ansatzweise verstoffwechselt. Insgesamt wieder eine kulturell wertvolle Ausfahrt. In einem Mai der nächsten Jahre muss ich dort unbedingt noch einmal hinradeln, denn der Schlosspark steht herrlich voller großer Rhododendronbüsche. Sicher eine Farbenpracht. Dafür gibts hier den größeren Teil der Ansichten “nur“ in schwarz/weiß.

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Logbuch, August: Radhosen vom Reissbrett: TAILOR MADE CYCLE WEAR by Adler-Design


Manufaktur

Sitz der Fa. TAILOR MADE CYCLE WEAR in der Leipziger Stephanstraße

Endlich die Rettung für alle, die auch die Nase voll haben von den knallbunten „Profi“-Radhosen. Jeder hat solche Dinger noch in den Schubladen: 0815-Hosen im 0815-Schnitt mit tausend Werbebotschaften und das ganze auch noch in einer miesen Qualität. 10mal gewaschen, da verliert das Lycra schon seine Elastizität. Und dann die Sitzpads! Es gibt Hosen, da kann man auch getrost ein Mousepad einnähen – das unterscheidet sich dann kaum vom angepriesenen „superergonomischen“ Hoseneinsatz. Ja, es gibt Ausnahmen… Ja, es gibt Hosen, die sitzen und sitzen sich gut. Aber was es bisher noch nicht gab, sind maßgeschneiderte (!) Radhosen. Und die entstehen quasi um die Ecke – nicht irgendwo in Fernost zusammengeschustert, sondern sie entstehen hier in Leipzig. Die Fa. TAILOR MADE CYCLE WEAR schließt die bisher offene Marktlücke und lässt in der Stephanstraße 10 die Nadel durch hochwertige Stoffe tremolieren. Stoffe, die sich der Auftraggeber selber aussuchen kann: unterschiedliche Fabrikate und Ausführungen, von einer leichten bis zu einer kompakteren, festeren Qualität ist alles wählbar. Auch die Wahl der Beinlängen (Sommer, Winter, Herbst und alles was dazwischen liegt) und natürlich das Design der Einsätze bleibt die Wahl des Kunden. Ebenso variabel die Ausführungen mit oder ohne Träger und mit verschiedenen Trägereinsätzen, hoch- oder tiefgeschnitten. Aktuell wird noch an den Nullserien gearbeitet, aber schon im reifen Herbst soll es möglich sein, dass via Web per Konfigurator, jeder seine individuelle Hose bestellen kann. Eine Hose teste ich gerade im Dauereinsatz auf kürzeren und längeren Touren, während eine andere Hose aus der Nullserie bereits auf dem Tempel, mit dem Hosenträger Martin G., einen ersten Sieg einfuhr.

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Martin Götze gewinnt auf der Leipziger Alfred-Rosch-Kampfbahn mit einer TAILOR MADE-Hose